Das Album UHAD2BTHERE ist der zweite Output des Gitarristen Matt Roehr, der mit diesem offiziellen Live Bootleg innerhalb kurzer Zeit auf sich aufmerksam macht. Warum eigentlich auch nicht, denn nach dem Ende der mit Abstand erfolgreichsten, aber auch kontroversesten Band Böhse Onkelz, geht er nun ähnlich wie seine Bandkollegen eigene Wege und brachte Ende letzten Jahres sein erstes Soloalbum „Barra Da Tijuca“ heraus. Darauf folgte eine Clubtour durch 12 deutsche Städte, aus der nun elf Songs entnommen, zusammen geschnitten und veröffentlicht wurden.
Natürlich sind die Erwartungen bei all seinen Erzeugnissen und vor allem bei den Konzerten, gerade von seinen bisherigen Wegbegleitern ziemlich hoch gesteckt. Daher sind die Meinungen zu Roehr’s neuer musikalischer Laufbahn vermutlich eher gespalten ausgefallen. Die Umstellung vom ehemaligen Deutschrock zu mediterraner Weltmusik ist nunmal ein unheimlich harter Cut, zu dem unglaublich viel Mut und auch eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein gehört.
Unterstützung suchte er sich bei den Musikern Charlie Huhn am Gesang (Gary Moore, Ted Nugent, Victory), Glaucio Ayala an den Drums (Engenheiros do Hawaii, Linox), Marcelo Linhares am Bass und Stephan Weiler als Gastspieler am Keyboard (ehemals Böhse Onkelz). Der Background seiner Band kommt bei Titeln wie „You Had To Be There“ grandios zur Geltung und bietet mit dem Ted Nugent-Cover „Weekend Warriors“ und der Jimi Hendrix-Nummer „All Along The Watchtower“ auch einige überraschende Momente. Musikalisch geht es hier durchaus also äußerst vielfältig und abwechslungsreich zur Sache. So finden sich eingängige Melodien aus den Bereichen Jazz, Funk, Blues und Rock, aber auch langatmige instrumentale Passagen im Live-Set, was eigentlich auch klar ist, da in den Ländern aus denen ein Grossteil der Jungs herkommt Zeit eh keine Rolle spielt.
Natürlich dürfen auch die eigenen Aushängeschilder wie „Sarcastic Gutter Blues“ oder „Wheel Of Fortune“ nicht fehlen. Die auf der CD mitgelieferte Videoteil auf der separaten DVD-Seite macht deutlich, dass die Songs noch besser live mit der entsprechenden Atmosphäre funktionieren. Daher hat der Ex-Onkelz weder Kosten noch Mühen gescheut und ein ordentliches Bühnenkulisse mit beeindruckender Lichttechnik mitgebracht, welche die Stimmung der Songs entsprechend schafft zu transportieren.
Da in der Subline des Titels das dezente Wörtchen „Volume 1“ angefügt ist, werden wir wohl in Kürze noch einiges von Matt Roehr zu hören bekommen – schließlich ist das Ding jetzt noch heiss und will gegessen werden.
Review von Marcus Liprecht