Label: Grand Hotel Van Cleef
Veröffentlichung: 08.04.2011

Klingen wie The Killers, schreibt die Plattenfirma. Wer braucht das denn, denkt der Plattenkonsument. Maritimes neues Album lässt auf den ersten Blick tatsächlich schlimmes vermuten, denn es trägt auch noch den Titel „Human Hearts“. Wie war das noch gleich? Are we human, or are we dancer? Man stellt sich ein, auf eine Mischung aus Autoscooter-Beschallung und Volksfest-Stimmung kombiniert mit Rock’n’roll-Riffs. Das bleibt dem Hörer bei Maritime dann doch erspart. Denn die Jungs aus Wisconsin haben sich auch bei ihrem vierten Album entschieden, mehr Mensch, als Tänzer zu bleiben und nicht jeden Trend mitzunehmen.

 

Die Band bleibt ihrem Stil treu und anstatt auf Gassenhauer-kompatible Melodien zu setzen, präsentiert sie fröhlichen und soliden Indie-Rock ohne großen Schnick-Schnack. „Black bones“, „Air arizona“ und „Paraphernalia“ sind nette Nummern einer Band, die ihr Handwerk gemeinsam nun schon seit 2003 beherrscht. Stücke, wie „Fainted hearts“ enttäuschen jedoch schlichtweg. Nach einem über einminütigem ruhigem Instrumental-Einstieg sehnt man sich nach etwas mehr Power und Kraft. Entgegen schmettern dann jedoch lahme Songzeilen, wie „All I ever wanted was you in my arms“.

Diese mangelnde Power schlängelt sich jedoch leider durch das komplette Album hindurch. Das liegt weder an der Stimme von Sänger Davey von Bohlen, noch an den übrigen durchaus talentierten Musikern. Die Songs sind jedoch allesamt gleichermaßen entspannt, dass man nur schlecht zwischen einzelnen unterscheiden kann. Nur wenig bleibt im Ohr hängen. Gerne möchte man den Sänger kurz schütteln, um etwas mehr Wut oder Zorn zu spüren.

Vielleicht ist auch noch nicht die richtige Jahreszeit angebrochen, im Sommer passen die Songs vermutlich besser zur relaxten Grundstimmung. Alleine schafft die Platte es jedoch leider noch nicht genügend Endorphine frei zu setzen. Ein paar Überraschungen hätten nicht geschadet. Beim nächsten Clubbesuch werde ich mir jedenfalls weiterhin lieber „Somebody told me“ wünschen.

 

Review von Jill Wagner

 

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Wertung: 0=3 Sterne

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