itchy Poopzkid - Ports Chords CD Album Cover - Label: Findaway Records
itchy Poopzkid - Ports Chords CD Album Cover - Label: Findaway Records

Label: Findaway Records
Veröffentlichung: 25.01.2013

Die Punkrockband Itchy Poopzkid veröffentlicht mit Ports & Chords ihr mittlerweile fünftes Album und ist die erste Platte mit Schlagzeuger Max.

War auf dem letzten Album noch keine einzige Ballade zu finden, geht es diesmal deutlich leiser zu. Tonight, Dying For A Six-String, By The Way und Take My Hand And Keep Running sind seichte Poprocknummern, die zwar schnell ins Ohr gehen, aber nichts Besonderes sind und erst nach mehrmaligem Hören zünden. Die Single I Believe kann sich aber trotz ruhigen Tönen mehr als sehen lassen und hat ihren ganz eigenen Touch. Genau so wie der Song Things I Would Love To Have Said. Eine Country-Schnulze, die aufgrund des Banjos aber gar nicht mal so übel klingt und die Schwaben in Sachen öfter mal was Neues ziemlich gut dastehen lässt.

Aber Itchy Poopzkid wäre ja nicht Itchy Poopzkid, wenn nicht auch ordentlich Krach gemacht werden würde. Gleich zu Beginn wird dem Hörer mit We Say So eingeheizt und bei den Songs The Future, Thou Shalt Not Be Slow sowie She Said wird ebenfalls in bester Manier in die Saiten und auf die Drums gekloppt. She Said hat nicht nur einen lustigen Text über einen Typen, der eine Frau vergöttert, wohingegen sie ihn endlich loswerden will, sondern wurde zudem mit niemand geringerem als Charlotte Cooper von The Subways eingesungen und kann sich vielleicht gerade deswegen überzeugen.

Mit With Heads Held High wird das Album so laut und rockig beendet, wie es auch angefangen hat. Außer der Band singen hier zudem auch noch über 1000 Fans mit. Zwischen diesen Songs kommen dann auch noch mal ein paar Poppunknummern zum Einsatz, auch wenn das Album nicht mehr viel mit einfachem Punkrock zu zun hat. Get Up Get Down und Where I Wanna Be (schöne Homage an den Fußball und die Musik) sind schnelle und einfache Stücke, die aber ziemlich gute Laune machen. Und wenn eine Platte schon Ports & Chords heißt, darf der Seemannschor natürlich nicht fehlen: The Pirate Song ist eine schöne Verbildlichung des (Tour-)Lebens der Band in Form einer Schiffscrew. Und wer wäre wohl besser als mitgrölender, versoffener Seemann geeignet als Mister Guido “Donot” Knollmann.

Aber so gut die meisten Songs auch sein mögen und so viel Spaß sie bereiten, etwas stört ganz gewaltig an dieser Platte. Abwechslung und Vielseitigkeit ist zwar schön und gut, aber in diesem Fall haben es die Jungs etwas übertrieben. Die Lieder wollen nicht zu einander passen (was ja nicht hieße, dass sie fast identisch sein müssen) und fast jedes versucht noch einen kleinen Schlenker in ein anderes Genre zu machen. Ports & Chords ist ein reinstes Kuddelmuddel. Auch wenn man den Itchy-Sound immer noch raushört, wurde hier anscheinend das wieder über Bord geworfen, was sich im Laufe der letzten Alben als eigenen Stil entwickelt hat.

Betrachtet man das Album nicht als Ganzes, sondern jeden Song einzeln, kann man wirklich nicht meckern. Die Band aus dem Schwabenland liefert wie gewohnt ordentlich ab und bietet Musik, die nicht nur ihnen selbst, sondern auch den Hörern Spaß macht. Dass sie nicht nur Punkrock spielen können, beweisen sie auch diesmal, wenn auch etwas zu übertrieben. In diesem Fall lässt sich der Titel wohl eher so deuten, dass man sich aufmacht um neue Gewässer zu erkunden und andere Häfen anzusteuern.

Review von Meyrem Yücel

Itchy Poopzkid Tourdaten 2013

13.03.2013 Berlin – Postbahnhof
14.03.2013 Bremen – Schlachthof
15.03.2013 Hamburg – Gruenspan
16.03.2013 Erfurt – HsD Gewerkschaftshaus
20.03.2013 Erlangen – E-Werk
21.03.2013 München – Backstage
05.04.2013 Köln – Bürgerhaus Stollwerck
06.04.2013 Dortmund – FZW
11.04.2013 Frankfurt – Batschkapp
12.04.2013 Konstanz – Kulturladen

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