Montag, Mai 20, 2024

Hole – Nobody’s Daughter

Label: Mercury (Universal)
Veröffentlichung: 23.04.2010

Es war mal eine Band namens „Hole„. Hole veröffentlichten die gesamten Neunziger über Alben, auch wenn heute abseits von „Celebrity Skin“ wenig davon in Erinnerung geblieben ist. Was dagegen noch jedem bekannt sein dürfte, ist, dass Courtney Love die Frontfrau der Band war. Seit 1998 ist es still geworden um die musikalischen Ambitionen der Cobain-Witwe. Abseits des 2004 veröffentlichten  „America’s Sweetheart“ (das allerdings kein Hole-Album ist), hat man nun seit 12 Jahren nichts mehr von der Band gehört. Bis jetzt, denn nun steht mit „Nobody’s Daughter“ das offiziell fünfte Werk von Hole am Start.

Und was kann die Platte? Zunächst mal die Tradition des Besetzungskarussells halten, denn erneut hat Courtney Love fleissig Musiker ausgewechselt und damit dafür gesorgt, dass sie auch mit 45 Jahren noch immer zurecht als exzentrische gelten kann. Schön, ist man nicht anders gewohnt, soweit ist quasi alles beim Alten geblieben.

Musikalisch dagegen vertraut man sich erfahrenen Produzenten an. Mit der Wahl von Michael Beinhorn geht man allerdings fast schon ein wenig zu arg auf Nummer sicher, hat dieser doch schon frühere Hole-Werke produziert – was sich auch hörbar im neuen Album niederschlägt.

Denn „Nobody’s Daughter“ könnte eigentlich direkt nach „Celebrity Skin“ erschienen sein. Musikalisch verweilt Love noch immer zwischen Fuck-You-Attitüde (die irgendwie sicher ein wenig Riot-Girrrl ist, aber dabei immer noch massenkompatibel ohne Ende) und Feuerzeug-an-Balladen, die charttauglicher nicht sein könnten. Da wären das sperrige „Skinny Little Bitch“ zu nennen, das so rotzig rüberkommt, dass es auch ein Distillers-Song sein könnte. Statt jedoch konsequent in derartigen Tönen weiterzuschrammeln, begibt man sich bereits mit dem darauf folgenden „Honey“ wieder in arg balladeskes Terrain. Und so geht das nahtlos weiter, etwa bei „Pacific Coast Highway“, das hier und da sicher nicht ungewollt an „Malibu“ vom 1998er-Werk erinnert. Schlecht? Eigentlich nicht, denn der Vorgänger war ja ganz gut hörbar.

Musikalische Verstärkung gibt’s derweil auch noch, namentlich von Linda Perry, deren texterisches Mitwirken besonders bei „Samantha“ zu vernehmen ist. Ebenfalls einmal mehr dabei ist übrigens Billy Corgan – auch hier scheint also alles beim alten zu bleiben.

Überhaupt ist das eine ganz gute Beschreibung von Hole anno 2010. Die meisten Songs von „Nobody’s Daughter“ sind leider nicht so arschtretend wie „Loser Dust“ oder „Skinny Little Bitch“, aber allzu leise ist das Werk trotz zahlreicher, eher ruhiger Songs dann auch nicht geworden. Und Courtney Love klingt eben immer noch so verrucht, heruntergekommen und kratzig wie eh und je – allein schon dafür lohnt die Geschichte.

Wertung: 0=5 Sterne

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