Hörspiel – Kein Halt in Freimann

Label: Sebastian Kuboth
Veröffentlichung: 25.10.2009

Hörspiele kennt eigentlich jeder aus der Kindheit, von „Benjamin Blümchen“ bis „TKKG“ hat man die Kassetten rauf- und runtergehört. Und im Laufe der Jahre vergessen.
Vermutlich, weil die Kassette verschwunden ist, zudem gibt’s mittlerweile Audiobooks oder Podcasts, die man bequem auf den iPod laden kann – nur das klassische Hörspiel ist (zu Unrecht) ein wenig ins Abseits geraten. Deshalb aber noch lange nicht tot, sondern im Falle des hier vorliegenden „Kein Halt in Freimann“ sogar lauter denn je. Denn das Hörspiel von Sebastian Kuboth spielt in der Münchner Punkszene, weshalb man dem ganzen auch gleich mal den Titel „Punkrock-Hörspiel“ verpasst hat.
Wie das ausschaut? Inhaltlich dreht sich alles um Szeneveteran Fränk, der seit seinen Jugendtagen Punk ist und vieles darüber erzählt. Vom Einstieg in die Szene, zerrütteten Familien, Liebe, Pennern, nervigem Alltag und zig Problemen, die eigentlich jeder kennt. Obwohl er eigentlich recht relaxed rüberkommt und eine gewisse Lebenserfahrung rüberbringt, holt ihn letztlich seine Vergangenheit ein und es kommt zum tragischen Finale.
Bis dahin vergehen rund 60 kurzweilige Minuten. Kurzweilig vor allem, weil „Kein Halt in Freimann“ immer wieder musikalisch unterbrochen wird. Ein Dutzend Bands – mehrheitlich aus München und Umgebung – geben sich ihr Stelldichein.
Ganz praktisch: Dem Hörspiel liegt noch eine zweite CD bei, die sämtliche Musikstücke enthält, damit man sich Tobsi, Taxgas, Mummy’s Darlings, The Gumbabies und andere auch noch mal in Ruhe geben kann. Taugt’s? Eingangs muss man sich ein wenig an Fränk gewöhnen, vor allem, weil er hier und da ein wenig gelangweilt klingt. Dann wird der Typ jedoch mehr und mehr sympathisch und man hört seinen teils schon arg langen Ausführungen über dies und jenes, das letztlich jeder Mensch kennt, der mal in einer Subkultur unterwegs war, gern zu. Eben weil man sich selbst irgendwie in Fränk wieder findet – und das ja auch soll, inklusive aller Fehler und Probleme.
Zudem macht die zweite CD mit den Bands nicht nur Sinn, sondern auch jede Menge Spaß. Kurz: „Kein Halt in Freimann“ ist kurzweilig, mit Sicherheit eines der lautesten Hörspiele überhaupt und darüber hinaus auch noch prima produziert. Denn mal ehrlich (und trotz all der Retro-Romantik): Diese Kassetten seinerzeit, die haben schon arg scheiße geklungen.

Wertung: 0=5 Sterne

Pressure Magazine
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