Helge Schneider Sommer  Sonne Kaktus Cover
Helge-Schneider-Sommer--Sonne-Kaktus-Cover

Wenn einem am heißeste Tag des Sommers die Sonne so richtig schön aufs Hirn scheint, ist das schon Mal die beste Voraussetzung, sich der neuen Helge Schneider Veröffentlichung anzunehmen. Mit „Sommer, Sonne, Kaktus“ erscheint am 9. August nach mehr als sechs Jahren sein Beitrag zu diesem Sommer. Doch Vorsicht sei geboten, denn wer hier mit der Erwartung herangeht, neue Hits, wie „Katzenklo“ oder „Es gibt Reis, Baby“ zu erhalten, wird sich wundern. „Sommer, Sonne, Kaktus“ klingt wie ein sommerliches Konzept-Album, das zu den hiesigen Temperaturen die passenden Klänge und Stimmung liefert – vorausgesetzt, man teilt den Humor des verschrobenen Kult-Komikers.

Geboten werden 14 Songs, die allesamt eigenhändig durch den musikalisch sehr vielseitig begabten Helge Schneider eingespielt wurden. Den Türöffner der Scheibe macht der gleichnamige Titel „Sommer, Sonne, Kaktus“, der sich aufgrund seiner gelungenen Mischung aus Sinnlosigkeit und Genialität als Ohrwurm festsetzt und das Zeug dazu hat, in Dauerschleife am Badesee oder in der heimischen Finka auf Dauerschleife zu rotieren.

Des Weiteren befinden sich zahlreiche Titel, die man irgendwie kennt oder gar so oder so ähnlich in südlichen Urlaubsregionen wahrgenommen hat und nun auf Schneider’sche Eigeninterpretation zum Besten gegeben werden. Darüber Hinaus findet sich auf der Platte auch Jazz-Evergreens, wie die Jerry Jeff Walker-Kultnummer „Mr. Bojangles“ sowie Judy Garlands Welthit „Somewhere Over The Rainbow“ zur Einstimmung auf den im Oktober folgenden Helge Schneider Kinofilm „00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse“.

Leider läßt aber die Dichte der weiteren Highlights stark zu wünschen übrigen. Einzig allein der Song „Offenes Hemd“ mag dem Hörer noch durch die kurios-witzige Darbietung des Textes ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern oder „Nachtigal, huh (Es zittert unser Haus, was ist nur draußen los?) durch ihre Titelvergabe, aber leider nicht durch den Inhalt glänzen.

Bleibt unterm Strich mehr „Hype“ als wirkliches Entertainment. Somit bleibt kurzweilige Unterhaltung bei mehrmaligem „skippen“ der Lückenfüller-Tracks auf dem Album. Somit empfehlen wir überzeugten Fans des Sommer-Hits „Sommer, Sonne, Kaktus“ eher den Griff zur Single. Und jetzt ab in die Sonne!

Review von Marcus Berg