Good Riddance – Remain in Memory: The Final Show

Label: Fat Wreck Chords
Veröffentlichung: 14. März 2008

Wir schreiben den 27. Mai 2007: Good Riddance – eines der Urgesteine des Fat Wreck Chords Labels – spielen ihre letzte Show. Ein Tag zum Trauern, aber auch zum Feiern. Traurig sind die Fans mit Sicherheit, da Good Riddance nicht nur ein Flaggschiff der Anfangstage von Fat Wreck war, sondern zweifelsohne auch eine der besten Bands ihres Genres.

 

Über 20 Jahre waren sie maßgeblich für den Style des Sing-A-Long Hardcore. Das macht es schwer, die Jungs aus Santa Cruz gehen zulassen, obwohl Nachfolgeprojekte schon am Start sind. Doch für alle, die keine Chance hatten, sich die „Final Show“ der Punkrocklegenden anzuschauen, bannte Fat Wreck das Ereignis jetzt auf Platte. 31 Songs mit einer Gesamtdauer von etwa 80 Minuten lassen dabei keine Wünsche offen, denn natürlich spielten Good Riddance nur die Creme de la Creme auf diesem letzten Konzert. Dabei belassen sie es nicht bei ein paar Liedern aus den letzten Jahren, sondern liefern wirklich aus jeder Schaffensperiode ihrer Karriere die Sahnehäubchen ab. Von jedem Album ist etwas dabei. Schon alleine das Intro mit dem anschließenden „Heresy, Hypocrisy, and Revenge“ machte mich dermaßen eifersüchtig auf alle Konzertbesucher, die das live erleben durften.

 

Gleichzeitig hatte ich die kitschige Vorstellung, doch irgendwie dabei gewesen zu sein und in diesem Anflug von Kitsch erschien ein dämliches Grinsen in meinem Gesicht. So träumte ich mich die ganzen 80 Minuten nach Kalifornien bis zu der Zugabe. Mit „Mother Superior“ und „Waste“ hätte man das Konzert nicht besser beschließen können. Dieser Schluss deprimierte mich dann beinahe, als die Fans so energetisch jubelten und Good Riddance feierten, denn dann wurde wieder klar, dass diese Band nicht mehr live zu sehen sein wird. Schön an dieser CD ist eben, dass es nicht nur ein gewöhnliches „Best of“ der Band ist, bei dem immer der Verdacht besteht, man wolle nur Geld scheffeln damit, sondern dass eine „Live-Best of“ ist. So haben die Fans nicht nur die Chance, die besten Lieder der Band zu hören, sondern das Live-Feeling mitzubekommen. Natürlich geht nichts über ein echtes Live-Konzert, aber so hat man wenigstens den Eindruck dabei gewesen zu sein, und man spürt noch einmal die Energie, die die Band zweifelsohne wie keinesgleichen rüber bringt. Natürlich ist diese Platte gemixt und gemastert auf beinahe Studioqualität, dennoch glaube ich fest daran, dass dadurch wenig verloren ging von dem Feeling, das die Fans auf diesem Konzert gehabt haben mussten. Fairerweise muss ich noch hinzufügen, dass Menschen, die keine Hardcore-Fans der Band sind und vielleicht auch generell etwas gegen Live-Platten haben, wenig bis nichts mit der Platte anfangen können. Sie verweise ich auf die zahlreichen Studioalben der Band.

 

Für Fans ist diese Platte das beste „Good bye“, das die Band ihnen schenken konnte. Mit dem Abschied wird ein Loch in die Punkrock-Geschichte gerissen, dennoch betonen die Kalifornier auch auf ihrer Platte immer wieder, dass das Leben weiter gehe und dass vor allem dieser Abend des Konzertes, also das hier und jetzt, zähle. Gut, dass sie dieses hier und jetzt auch noch mal auf Platte verewigt haben. Zum Schluss kann man den Jungs eigentlich nur Danke sagen.

Wertung: 0=5 Sterne

Pressure Magazine
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