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20 Jahre Dritte Wahl! Nach weit über 600 Konzerten und etlichen Platten hat sich das Rostocker Urgestein des Deutschpunks etwas ganz Besonderes ausgedacht:

So durfte das Publikum, frei nach dem Motto „20 Jahre – 20 Songs“, das Lineup des Jubiläumskonzerts selbst bestimmen. Über 1000 Leute gaben im Vorfeld ihre Stimmen für den Lieblingssong via Internet ab. Die so entstandene Top 20 führte dann in umgekehrter Reihenfolge durch den Geburtstagsabend.
 
Was die Herren am 26.07.2008 auf dem Force Attack Festival ablieferten, wird in die Geschichte der ganz großen Deutschpunk Konzerte eingehen. Da ich selbst dabei war, kann ich versichern, dass es sich um den Höhepunkt des Festivals handelte. Es war das letzte Konzert an einem der heißesten Tage des Jahres und zum ersten Mal an diesem Wochenende schienen sich wirklich alle aufgerafft zu haben. Der Campingplatz war wie leer gefegt.
 
Das Intro von Rolf Zochowski, lud von Anfang an zum mitsingen ein und ließ das Publikum tanzen, bevor die Band überhaupt auf der Bühne stand:
 
„Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein. […] Wie schön, dass wir beisammen sind, wir gratulieren dir Geburtstagskind…“
 
Der ein Jahr später veröffentlichte Live-Mitschnitt, gibt die sagenhafte Stimmung der darauf folgenden Geburtstagsparty eindrucksvoll wieder:
 
Bei bester Laune eröffnet Frontmann Gunnar den Abend mit Resolution der Kommunarden, einem Text von Berthold Brecht, den er in Dritter Wahl Manier herausschmettert.
 
In den darauf folgenden 80 Minuten Spielzeit folgen u.a. Klassiker wie:
 
Kleiner Planet („So dreht sich unsere Erde schon viele Jahre lang, wenn alle funktionieren geht hier alles seinen Gang…“), Halt mich fest („…so fest wie du nur kannst! Öffne ich die Augen, dann bekomm ich Angst! Angst vorm Größenwahn, vorm Geist unserer Zeit!“), Auge um Auge („…Zahn um Zahn, nur immer alles hinzunehmen, nein wir denken nicht daran, baut nur weiter euer Häuschen Stein auf Stein, wir werden kommen und wir reißen’s wieder ein!“) und Sonne & Meer („Sonne und Meer, wie lang ist das her? Wirst du sie je wieder sehen?“)
 
Im Laufe des Abends holt das Trio immer wieder Gäste auf die Bühne, die das ganze abrunden. So gibt es z. B. Bläser, die dem Publikum bei Hash und Störung ordentlich einheizen oder Uwe von den Dailyterroristen, der bei Auf der Flucht und Schaum auf der Ostsee die zweite Gitarre spielt.
 
„20 Jahre – 20 Songs“ ist -dank der einmaligen Songauswahl und den wirklich guten Aufnahmen- meiner Meinung nach eines der besten Live-Alben die der deutsche Punk zu bieten hat. Jedes mal auf’s Neue euphorisiert von der Stimmung, die sich von Lied zu Lied steigert und meinen persönlichen Höhepunkt in Zeit bleib stehen findet, kann ich hier nur sagen: Daumen hoch – Sechs Sterne!
 
Review von Diana Ringelsiep
 

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