Label: Mute Catalogue (EMI)
Veröffentlichung: 03.06.2011

Depeche Mode ist eine Ausnahmeband, die Lieder immer wieder neu auflegen kann, und dennoch erfolgreich bleibt. Nun war es wieder einmal soweit, ein Best Of ihrer remixten Songs der letzten 30 Jahre zusammen zu tragen.

Remixes 2. 81-11 versteht sich als Erweiterung der Remix-Alben 81-85 und 86-96.

Die 3CD-Box Version fasst insgesamt 37 Remixes von namhaften DJ’s, Remixern und Acts, wie Röyksopp, Eric Prydz, Stargate, UNKLE und auch den ehemaligen Bandmitgliedern Alan Wilder und Vince Clarke. Davon sind 14 brandneue Remixe, 17 gehören der vergangenen 10 Jahre an und 10 Songs sind älter.
Im Mai kam die EP mit Personal Jesus in 5 Versionen des Liedes heraus. Darauf enthalten sind die Remixes von The Stargate, Alex Metric, Eric Prydz, M.A.N. und Sie Medway-Smith.

Ein, zwei Remixes davon sind auch durchgehend hörbar. Bei den anderen vergeht einem immer wieder kurz vor Ende des Liedes jedoch die Geduld für einen Beatwechsel.

Alle 5 sind auch auf der 3CD Ausgabe vorhanden.

Und auch nur auf dieser gibt es (nämlich auf der 3. Scheibe) sind bislang unveröffentlichte Tracks enthalten. Wer sich also die Standard Version holt, bekommt bis auf 6 brandneue Songs (was immerhin knapp die Hälfte der insgesamt brandneuen Remixes sind), nicht viel mehr geboten.

Da ist dann eher das kommerzielle Herz der DM und Techno Fans gefragt und  wird auf die 3CD-Box Ausgabe verwiesen. Aber wenn man sich ein Best Of an Remixen holen mag, da sollte man meistens zu der Vollversion greifen, um auch ein wenig das Fan-Herz zu erfreuen.

Alles in allem ist die Collection sehr durchwachsen. Das kann man sich aber größtenteils an den aufgelisteten Namen denken. Dem ein oder anderem dürften so manche Beats recht stupide vorkommen, wie es leider bei “Dream On” (Bushwacka Tough Guy Mix) oder auch Digitalism “Never Let Me Down Again” der Fall ist.

Jedoch gibt es ab und an ein paar Glanzparaden, wie die Balladen ausgerichtete Version von “Puppets” durch Röyksopp oder in Minimal erschienem “Everything Counts” von dem Verbund um Oliver Huntemann und Stephan Bodzin Dub.

Auch das ehemalige Bandmitglied Wilder, der (angeblich) nur einen Song auswählen durfte, der nicht aus dessen aktiver Zeit stammen durfte und sich für den 2009er Song “In Chains” entschied fällt, glücklicherweise auf der Compilation auf und wird Depeche Mode und Wilder gerecht. Auch Clarke bringt frischen Wind in die Compilation mit “Behind The Wheel” im Techno-House Stil rein, vergisst aber anscheinend am Schluss noch wenigstens einmal aus seinem zwar gut klingendem doch langweilig werdendem Beat ein anderes Tempo anzuschlagen.

Von Techno, Minimal über House gibt es auch Jam und HipHop Klänge – die Ausgabe kann also viele Hörer erreichen.

Depeche Mode selbst hört man bei vielen Liedern kaum noch heraus. Man kann bei einem Remix Album eben nicht das Originale der DM erwarten – aber wer das tut, ist selbst schuld. Die Namen die hinter den einzelnen Lieder stehen, lassen aber genauestens erahnen, in welcher Richtung ein Lied remixed wurde. Jeder einzelne Interpret hat seine typischen Klänge eindeutig in den DM Liedern durchgesetzt.

Es ist dennoch ein weiteres Remix Album, bei dem man sich fragt, wer nun eigentlich mehr davon profitieren möchte – Depeche Mode finanziell, oder die DJ’s und Acts als PR nutzen, um auf einem Sampler der bekanntesten und in den 80ern wegweisenden Band mit dabei sein zu dürfen.

Wer sich unsicher ist, kann in ein paar Songs im Internet reinhören und dann entscheiden, ob es kaufenswert ist.

Maja Trumpfheller

Standard-CD:

01. Dream On – Bushwacka Tough Guy Mix Edit (2001)

02. Personal Jesus – The Stargate Mix (2011)

03. Suffer Well – M83 Remix (2006)

04. John The Revelator – UNKLE Reconstruction (2006)

05. In Chains – Tigerskin’s No Sleep Remix Edit (2011)

06. Peace – SixToes Remix (2009)

07. Tora! Tora! Tora! – Karlsson And Winnberg (from Miike Snow) Remix (2011)

08. Never Let Me Down Again – Eric Prydz Remix (2011)

09. I Want It All – Roland M.Dill Remix (2011)

10. Wrong – Trentemøller Remix (2009)

11. Puppets – Röyksopp Remix (2011)

12. Everything Counts – Oliver Huntemann And Stephan Bodzin Dub (2006)

13. A Pain That I’m Used To – Jacques Lu Cont Remix (2005)

CD 1:

01. Dream On – Bushwacka Tough Guy Mix (2001)

02. Suffer Well – M83 Remix (2006)

03. John The Revelator – UNKLE Reconstruction (2006)

04. In Chains – Tigerskin’s No Sleep Remix (2009)

05. Peace – SixToes Remix (2009)

06. Lilian – Chab Vocal Remix Edit (2006)

07. Never Let Me Down Again – Digitalism Remix (2006)

08. Corrupt – Efdemin Remix (2009)

09. Everything Counts – Oliver Huntemann And Stephan Bodzin Dub (2006)

10. Happiest Girl – The Pulsating Orbital Vocal Mix (1990)

11. Walking In My Shoes – Anandamidic Mix (1993)

12. Personal Jesus – The Stargate Mix (2011)

13. Slowblow – Darren Price Mix (1997)


CD 2:

01. Wrong – Trentemøller Club Remix (2009)

02. World In My Eyes – Dub In My Eyes (1990)

03. Fragile Tension – Peter Bjorn and John Remix (2009)

04. Strangelove – Tim Simenon/Mark Saunders Remix (1998)

05. A Pain That I’m Used To – Jacques Lu Cont Remix (2005)

06. The Darkest Star – Monolake Remix (2006)

07. I Feel You – Helmet At The Helm Mix (1993)

08. Higher Love – Adrenaline Mix Edit (2004)

09. Fly On The Windscreen – Death Mix (1985)

10. Barrel Of A Gun – United Mix (1997)

11. Only When I Lose Myself – Dan The Automator Mix (1998)

12. Ghost – Le Weekend Remix (2009)


CD 3:

01. Personal Jesus – Alex Metric Remix Edit (2011)

02. Never Let Me Down Again – Eric Prydz Remix (2011)

03. Behind The Wheel – Vince Clarke Remix (2011)

04. Leave In Silence – Claro Intelecto ‘The Last Time’ Remix (2011)

05. In Chains – Alan Wilder Remix (2011)

06. When The Body Speaks – Karlsson And Winnberg Remix (2011)

07. Puppets – Röyksopp Remix (2011)

08. Tora! Tora! Tora! – Karlsson And Winnberg (from Miike Snow) Remix (2011)

09. Freestate – Clark Remix (2011)

10. I Want It All – Roland M. Dill Remix (2011)

11. A Question Of Time – Joebot Presents ‘Radio Face’ Remix (2011)

12. Personal Jesus – Sie Medway-Smith Remix (2011)

Wertung: 0=2 Sterne

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