Label: GSR Records
Veröffentlichung: 14.09.2007

Die „Crushing Caspars“ sind mit ihrem „Baltic Sea Hardcore“ betitelten Mix aus HC, Punk, ein wenig Metal und gelegentlichen Melodien schon seit 2004 unterwegs, zuletzt als Vorband der NYHC-Legende „Madball“. Dort machten sich die Herren dank charismatischem Shouter derart gut, das kurzerhand die neue Platte abgestaubt wurde und nun eine Besprechung ansteht. Die oben erwähnte Beschreibung, die auch die Selbstbeschreibung der Band ist, deckt eigentlich schon die meisten Songs auf dem neuen Longplayer „The Fire Still Burns“ ab. Der Opener – gleichzeitig der namensgebende Song des Albums – brettert in bester und vor allem breitester NYHC-Manier aus den Boxen. Da hat jemand gut bei Madball und SOIA gelernt, würde man nach Vergleichen aus den hiesigen Landen suchen, kämen sofort die allmächtigen „Ryker’s“ und die Berliner Hartwürste „Punishable Act“ ins Gedächtnis. Was das bedeutet? Mehrstimmige Shoutings im Refrain, Gitarren ordentlich in die Fresse, textlich schön simpel gehalten. Das geht die ersten drei Songs ganz prima, bei „Diabolic Boogie“ fängt man dann ein, mit Rock’n’Roll-Tönen zu spielen, was an „Chrome Division“ und Konsorten erinnert: Herrlich tief gestimmte Klampfen, schön sleazy gespielt. Der Nachfolger „Eye for an eye“ ist dann schon mein persönliches Fave von „The Fire Still Burns“. Hymnischer Refrain, und Strophen, die den nächsten Circle-Pit einläuten dürften. Etwas melodieloser, dafür druckvoller geht’s mit „Stop The Madness“ weiter, dafür wird klar, dass sich die Caspars auch nicht um Sozialkritik drücken. Dafür schon mal einen Bonuspunkt. Als nächstes ist dann der Band-Gassenhauer schlechthin dran, „Viva la Rostock“, zu dem es nicht viel zu sagen gibt, außer melodisch und zum Reinhauen. Von den nächsten Tracks bleiben „Dedication to the scene“ – ein Song, der textlich auch aus der Feder von Freddy Cricien und Co. hätte stammen können – hängen und zu guter letzt der ultraschnelle Rausschmeisser „Baltic Sea For Life“. Fazit: Nach „COR“ und „Punishable Act“ sind die Caspars mein persönliches HC-Highlight aus den hiesigen Landen, das eindrucksvoll zeigt, dass Tracks, die am ehesten mit dem abgenutzten Begriff „fett“ umschrieben werden, nicht zwangsweise aus den Staaten kommen müssen. Reinhören, aber heute noch!

Wertung: 0=6 Sterne

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