Broilers – Ruby Light & Dark EP

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Broilers Ruby Light and Dark EP

Nach ihrem Hammer-Album “Vanitas” könnten sich die Broilers in meinen Augen locker 5 bis 10 Jahre Zeit lassen bis zu ihrem nächsten Release. Die Faszination des Albums ist für mich noch immer ungebrochen und wird auch sicher noch lange so bleiben. Trotzdem freut man sich natürlich auf neues Material der Band.

Die Vanitas Veröffentlichung ist nun schon über ein halbes Jahr her und anders als sonst üblich bringen die Broilers die dazugehörige Single erst jetzt auf den Markt. Als Auskopplungssong hat man “Ruby Light & Dark” genommen, der sich als heimlicher Hit des letzten Albums entpuppte. Zu diesem Song hat man auch ein äußerst geiles Musikvideo gemacht, welches als Multimedia Bonus auf der EP vorhanden ist. Beim Betrachten des Videos fallen auch gleich die Balletttänzerinnen auf, die zu “Ruby Light & Dark” tanzen. Eine geniale Idee und obendrei auch noch super-professionell umgesetzt! Natürlich sieht man dann auch die Broilers in ihren gewohnten Posen, was wie immer ein Augenschmaus ist. Auch Sammys Grafikkünste sind in diesem Video zu spüren. Neben den (Ballett-)Tänzerinnen sieht man dann auch sehr schnell ein Skingirl tanzen, welches zufälligerweise auch die Gewinnerin unseres letzt-jährigen Pin Up Contest ist. Sie schaut also nicht nur gut aus, sondern kann auch gut tanzen. Zusätzlich sieht man auch noch ein sehr lustiges Kerlchen tanzen, der dem Video noch einmal den letzten Kick gibt. Das Werk ist jedenfalls sehr gelungen.

Immer wieder schön zu sehen, wie humorvoll die Band doch ist, aber auch wie professionell die Düsseldorfer arbeiten. Top! Kommen wir zu den restlichen Songs. Viel Neues gibt es leider nicht auf der EP. Fünf Songs sind es insgesamt. Der erste ist “Ruby Light & Dark“, den man vom letzten Album kennt, der zweite heißt “Geboren zu gewinnen” und ist die Punkrock-Version von “Weißt du es schon“. Nicht schlecht, aber nicht der Oberhammer. Die Original-Version rockt trotz der ruhigeren Töne um einiges mehr. Danach kommen zwei neue Lieder. Das Erste heißt “Zusammen” und ist in meinen Augen das Bessere der neuen Stücke. Außerdem ist es ein Cover-Song der Polit-Punk-Legende Slime. Es ist ein ruhiger Song, der vom Sound her ein wenig bei “Schönheit, das Biest” anschließt. Sehr positiv ist der Tempowechsel innerhalb des Songs. Das bringt Abwechslung rein und sorgt dafür, dass das Lied noch einmal gut nach vorne und damit gut ins Ohr geht.

Das vierte Lied der EP “Woke Up This Morning” ist so ein typischer Sammy-Song, welches auch daher rührt, dass es das Titellied der Mafia-Serie “Sopranos” ist. Er schließt sich ebenfalls an der Reggae- bzw. Soul-Schiene des letzten Albums an. Hier geht die Post wieder etwas mehr ab. Beide Lieder würde ich als “gut” einstufen. Ich denke nicht, dass eines der Lieder sich noch im Laufe der Zeit zu einem richtigen Ohrwurm entwickeln wird. Obwohl man das gerade bei Broilers Songs nie ganz sicher sagen kann. Abschließend gibt es dann noch mit “Wenn du jetzt denkst -08” eine Auflage des gleichnamigen Songs vom ersten Album von 1997. Irgendwie kommt der Song unglaublich nahe ans Original heran, doch in vielen Details hört man dann doch neue Einschläger heraus. Hat was! Zumal man nicht nur wieder an die Songs des ersten Albums erinnert wird, sondern auch an die Zeit und an den Spirit, den man verspürt hat, als diese Songs noch aktuell waren. Ich denke, dass das jedem so gehen wird, der die Broilers um die Jahrtausendwende schon gerne gehört hat. Leider wurde das Schrammelige, gerade am Schluss des Liedes zum großen Teil heraus genommen, was ein wenig die Power vermissen lässt, dafür sind einige neue Aspekte mit im Song vorhanden, die das Ganze auf andere Art und Weise interessant halten.

Das Artwork der EP ist natürlich wieder hervorragend. Coole Optik und das neu gestaltete Broilers Logo macht auch einiges her. Da kein Beiheft vorhanden ist, bekommt man als Käufer des Tonträgers leider keine weiteren Informationen geboten. Die Broilers rocken auch 2008 und man darf gespannt sein auf weitere Veröffentlichungen aus Düsseldorf.

Album Review von Marcus Liprecht