AlbumCover:BöhseOnkelz OnkelzWieWir Neuaufnahme

Endlich wieder neue Noten und neue Schweinereien von den Frankfurter Rocksäuen? Nicht ganz. Neu sind die Noten dieses neuen Onkelz Silberlings sicher nicht, dafür komplett neu eingespielt und von Kevin Russell noch einmal frisch eingesungen. Das Album „Onkelz wie wir“ wurde ursprünglich im Jahre 1983 veröffentlicht. Was steckt überhaupt dahinter? Ziel dieser CD-Veröffentlichung ist (zumindest heißt es das offiziell), Ingo Nowotny und seinem Label Metal Enterprises den Geldhahn zuzudrehen, da dieser noch heute an den frühen Releases der Onkelz massig Geld verdient und Ihre Songs auf dubiosen Samplern mit noch dubioseren Bands veröffentlicht. Zumindest bei diesem Album, soll die Fangemeinde in Zukunft nicht mehr die Alte, sondern die Neue Version erwerben.

Über den Sinn und Zweck des Ganzen lässt sich streiten, jedoch keinesfalls über das Ergebnis. Musikalisch knallt das Teil ganz ordentlich, was wohl viele aufgrund der letzten Onkelz-Platten nicht erwartet haben. Hier hat man sich wirklich, wie versprochen sehr nah an das Original gehalten und dem Ganzen nur einen frischen Anstrich verpasst, was den Sound angeht. Es klingt modern und doch weht der Wind der Achtziger kräftig durchs Album. Zu den Songs selber brauche ich denke ich nicht viel sagen, diese dürften allgemein bekannt sein. Klassiker wie Erinnerungen, Dick & Durstig oder Bomberpilot haben Kultfaktor und klingen in der gelifteten Version nicht weniger rotzig als vor zwanzig Jahren. Musikalisch also wirklich eine Meisterleistung der 4 Frankfurter. Dieses Album macht jedem Fan den Abschied dieser genialen Band wohl noch einmal richtig schwer.

Die Aufmachung ist allerdings alles andere als Onkelz-typisch. Zwar kommt das Ganze im Digipack wie üblich, allerdings ohne Beiheft, ohne Texte, ohne Fotos, ohne Alles. Lediglich, eine kleine Erklärung wie es zur Neuaufnahme kam ist abgedruckt. Das ist zwar so gewollt, da, wie die Onkelz es beschreiben, sie sich selbst nur kopieren wollten und die Musik das Wichtigste sei, allerdings hätte man, meiner Meinung nach, auch neben dem Musikalischen, durch die richtige Aufmachung des Gesamtbildes, dem Fan noch mal richtig was für sein Geld bieten können. Schade drum. Das soll allerdings kein Grund für einen Minuspunkt sein! Ob man das Ding braucht wenn man schon das „Original“ hat muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil sage „ja“ und bereue keinen Cent!

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„Onkelz wie wir“ Titelverzeichnis

1. Onkelz wie wir
2. Von Glas zu Glas
3. Erinnerungen
4. Bomberpilot
5. Dick & durstig
6. Falsche Propheten
7. Am Morgen danach
8. Schöner Tag
9. Heut‘ Nacht
10. „Speed“

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