Veröffentlicht am 5. Juli 2017 von Pressure Magazine in Konzerte & Events
 
 

So war das WITH FULL FORCE Festival 2017 in Ferropolis – Festivalbericht

Konzertfotos With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein
Konzertfotos With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Das With Full Force Festival 2017 feierte sein Debüt in Ferropolis, der Stadt aus Eisen. Tilo Klein war für Pressure Magazine vor Ort und berichtet, wie es war.

Im alljährlichen Open-Air-Kalender war das With Full Force 2017 die letzten 18 Jahre im sächsischen Roizschjora zu Hause. Nach langen Überlegungen kam man zu dem Entschluss das Festival vom 22.06.- 24.06. ins ca. 40 km entfernte Ferropolis bei Gräfenhainichen zu verlegen. Was sicherlich bei vielen Festival Besuchern Verwunderung hervorgerufen hat, kam bei mir bestens an. Da ich die Location bereits von vorherigen Konzerten sehr gut kannte, freute ich mich natürlich auf die 24. Auflage vom WFF.

Pünktlich zu Beginn des ersten Tages, gab es gleich die erste Hiobsbotschaft. Gegen 15.00 Uhr betraten wir das Infield und zu unserer Verwunderung strömten uns abertausende Menschen entgegen, stat den Weg zum Festival zu suchen…

Konzertfotos WIth Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Tanzwut – With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Den Grund brauchte man eigentlich nicht lange suchen, ein Blick gen Himmel reichte und man sah direkt ins schnell näher kommende Unwetter. Trotz aller Hinweise der Security seine Sachen doch bitte ordnungsgemäß zu befestigen, flogen die ersten Pavillons bereits querbet über die Zeltplätze. Man kann froh sein, dass bei dieser Apokalypse niemand zu Schaden gekommen ist. Danke an das umsichtige Handeln aller verantwortlichen. Nach einer kurzen Unterbrechung von 4 Stunden traten dann doch noch die DEEZ NUTZ in der Impericon Hardbowl auf. Durch die erneuten Unwetter Warnungen wurde dem Veranstalter das Risiko schließlich doch zu groß und so wurde das Festival für diesen Tag aus Sicherheitsgründen abgesagt. Es war für alle Beteiligten sehr traurig aber die Sicherheit geht nunmal vor und das ist auch gut so!

Mit Beginn des zweiten Festival Tages war die gesamt Situation doch deutlich besser, bei allerbestem Festival Wetter konnte nun endlich gerockt, gemosht und gefeiert werden.

Los ging es für uns auf der Ferox Stage mit CALLEJON. Die Metalcore-Band lieferte ein fettes Live-Set ab. Mit neuen ausgesprochen rockigen und experimentellen Songs , zeigten die Düsseldorfer um Sänger Bastian Sobtzick ihren Fans, das sie es immer noch voll drauf haben.

Dropkick Murphys With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Dropkick Murphys – With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Ich werde hier natürlich nicht zu jeder einzelnen Band eingehen können, erstens hab ich nicht alle gesehen und zweitens würde es glaube auch den Rahmen sprengen. Fakt ist das auf allen vier Bühnen die ca. 20.000 Besucher voll auf ihre Kosten gekommen sind. Ob KNORKATOR, MINISTRY, die Irish- Folk Urgesteine DROPKICK MURPHYS oder die Wegbereiter des berühmten Göteborg Sounds IN FLAMES auf der großen FEROX STAGE die Leute zum abfeiern brachten, oder Bands wie BAD OMEN, TAUSEND LÖWEN UNTER FEINDEN, die deutschen Hardcore Urgesteine aus Kassel die RYKERS sowie die belgische Metalcore Band NASTY die Impericon Hardbowl auseinander nahmen, war für alle eine wahre Freude.

Die Big Wheel Stage versteckt hinter einem riesigen Schaufelradbagger an der gut besuchten chillout Area mit See Zugang, war vor allem unter den metalheads sehr gefragt. Dort traten am Freitag unter anderem die mittelalter Berliner von TANZWUT sowie KVELERTAK, EQUILIBRIUM und die vom Celtic Frost Front man Thomas „Warrior“ Fischer ins Leben gerufene TRYPTYKON auf. Ich denke allein die Bandnamen sprechen schon für sich.

Mit der immer mehr eintretenden Dunkelheit zeigte eine künstlerisch aufwendigen lichtinstalltion die wahre Schönheit der Stadt aus Eisen. Hammer!

Mit NAPALM DEATH zur Knüppelnacht, und ‘nem Absacker Crêpes mit Dirk Behlau aka „The Pixeleye“, dessen Fotos auf großen Leinwänden im ganzen Festival Infield ausgestellt waren, ging es dann zum Camp.

Konzertfotos WIth Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Konzertfotos With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Am Samstag, dem dritten Festivaltag, ging es auch gleich richtig zur Sache, das Komiker Duo ELSTERGLANZ enterte gleich mal die große Bühne um alles „Kaputtzuschlaaaahn“. Das zu diesem frühen Zeitpunkt sehr gut gefüllte Innenraum zeigte sich doch sichtlich gut gelaunt vom Elsterglanzischem Dialekt. Ein Fettes „Ahu Ahu Ahu“.

Aber in guter alter WFF Manier durfte nach dem lustigstem auftritt auch wieder der gute alte Death Metal von MORGOTH zwischen den riesen aus Stahl zum brachialem Sound erklingen. Spätestens jetzt war auch der letzte Besucher wach.

Auch am heutigem Samstag bot das Lineup wieder alles an, was dem With Full Force Besucher heilig ist. Die Münchner EMIL BULLS mit ihrem alternativ-metal um Sänger Christoph „christ“ von Freydorf, dessen adern am Kopf zu zerbersten drohten oder die schon legendären KASSIERER aus Bochum, ob nackt oder angezogen, das Publikum doch sehr textsicher zu seien scheint! Eins ist sicher, der“ Hodensack „vom humpelnden Wölfi hat den Treppen stürz überlebt.

Mit ROYAL REPUBLIC spielte die wohl durchaus, na sagen wir ‘mal vorsichtig, poppigste band des Festivals. Aber ganz ehrlich, nach anfänglich überschaubarer Kulisse wurde doch rasch klar, dass die vier Schweden, nicht nur als Lücken Füller fürs folge Programm antraten. Ganz großes Kino.

Konzertfotos WIth Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Konzertfotos With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Vor dem offiziellem samstags Headliner kam nun die Hardcore Kapelle TERROR aus Los Angeles zum Zuge. Mit ihrem oldschool-hardcore rockten die Vier die Ferox Stage in Grund und Boden, das Publikum rastete natürlich komplett aus und auch die reichlich circlepits zeigten wer hier der Herr im Hause zu seien scheint, trotz allem war es für mich der nicht so beste auftritt an diesem Weekend, aber das war nur meine Meinung.

Bevor die deutschen Trash- Metal Ikonen KREATOR die Hauptbühne Betraten, gab es noch ein schönes Feuerwerk auf den mit bengalos besetzen Schaufelrad baggern zu bestaunen.

Royal Republic With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Royal Republic With Full Force Festival 2017 Pressure Magazine Foto: Tilo Klein

Genau so ging es auch auf der Bühne weiter, neben flammen, bengalos, Nebel, Konfetti und einer fetten Produktion wurde auch geTrasht bis die schwarte krachte, Sänger und Gründer Mille Petrozza sowie seine drei weggefährden spielten sich die Seele aus dem Leib. Es ist eine Freude zu sehen was die Jungs aus Essen immer noch für eine Bühnen Präsenz haben. Absoluter Wahnsinn und sicherlich ein Highlight auf dem diesjährigen Force, schade war eigentlich nur das es doch schon sehr übersichtlich im Infield war.

 

Auf den drei anderen Bühnen gab es auch am Samstag viel zu sehen und zu moshen. Ein weiterer Kracher war sicherlich auch PSYCHOPUNCH und ihrem Gastsänger Dirk „pixeleye“ Behlau auf der Metal Hammer Stage. Zu was Fotografen doch alles in der Lage sind. Respekt!

Im Impericon Hardbowl flogen die Haare zu Bands wie, OBEY THE BRAVE, COMBACK KID, MOTIONLESS IN WHITE, für mich eine der Überraschungen, und natürlich zu guter Letzt die ARCHITECTS bei denen das Zelt einzustürzen droht. Circlepits und Crowdsurfer ohne Ende, was ein fetter Abschluss fürs Hardbowl.

Auf der Big Wheel Stage hatte ich leider nur die Band BOMBUS mir anschauen können. Eine erdige Heavy-Metal Band aus schweden die ich klar weiterempfehlen kann !!

Nach drei festivaltagen ging das diesjährige With Full Force mit Combichrist aus Norwegen für uns zu Ende. Ich sage es mal so, besser hätte es nicht aufhören können. Allein der Schlagzeuger ist wohl jeden Cent wert. Das war echt Fett!

Mein Fazit zum Schluss: Natürlich war nicht alles perfekt, aber wer erwartet das zum Auftackt auf neuem Terrain der verwöhnte Kurzstrecken Roizschjora Fan musste sich ein wenig umstellen, Shuttle Service hieß jetzt die Bewegungsart. Wenn man sich ersteinmal darauf einstellt war hatte, war es gar nicht mehr so schlimm!

Für uns steht und stand immer die Musik im Vordergrund und da ist das WFF einzigartig in Deutschland. Und was gibt es schöneres als unter so einer Kulisse abzufeiern, genau, nächstes Jahr zum 25 jährigem Jubiläum richtig abzurocken.

See you next year mit PRESSURE MAGAZINE

Ein Bericht von Tilo Klein

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Foto Credits: Tilo Klein für Pressure Magazine

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