Das Line-Up des diesjährigen INDIAN SUMMER FESTIVALS versprach einen bunten Mix an Musikalischem und das Motto „FOR FREE SPIRIT“ lies dementsprechend auch auf eine interessante Reise schließen. Grund genug, dass Pressure Magazine die Reise in die Niederlande antrat, um für euch zu erkunden was da so los ist.

 

Always Look on the Bright Side of Life

Die Sonne meint es gut mit den rund 30.000 Besuchern des diesjährigen Indian Summer Festivals in der Nähe von Alkmaar und so füllt sich das idyllische, an einem See gelegene Gelände schon kurz nach Öffnung der Tore um 12 Uhr mittags mit Leben. Dank eines durch und durch abwechslungsreichen Programms, sorgen Künstler auf sieben Bühnen vom ersten Moment an für reichlich Unterhaltung über die folgender zwölf Stunden.

Neben den beiden Live-Bühnen ist somit, begonnen bei Musik der 80´s & 90´s, über ein vielfältiges elektronisches Angebot von House bis Techno, bis hin zu Theaterdarbietungen, für jeden Geschmack etwas dabei. Diese bunte Mischung spiegelte sich auch durch ein mannigfaltiges Publikum wieder, welches rein optisch keinerlei Rückschlüsse auf musikalische Präferenzen bietet und auch vom Alter ist ein bunter Mix anzutreffen.

Das Live Programm beginnt mit den niederländischen Künstlern YORI SWART, HIJGENDE HERTEN, KENSINGTON und GERS PARDOEL, die es schaffen, schon zu früher Stunde die Stimmung stetig zu steigern. Allesamt Künstler deren Bekanntheitsgrad eher auf die Niederlande begrenzt ist, aber wer die Niederländer kennt, der weiß das sie oftmals eine eigenen Musikgeschmack haben, bei denen die heimischen Bands einen hohen Stellenwert genießen. Das sie damit richtig liegen zeigt die Stimmung, dabei spielt es keine Rolle, ob YORI SWART mit ihren ruhigen Gitarrensongs die Herzen ergreift oder  GERS PARADOEL auf niederländisch rappt.

Mit MOSS betritt dann der erste internationale Akt die Bühne und verspricht eine ganze Menge Vorfreude auf das, was da noch kommen mag. LEFTIES SOUL CONNECTION schaffen es mit ihrem knackigen Funk die Besucher zum Tanzen zu bewegen und läuten damit eine anhaltend gute Stimmung vor der Purple Stage ein, welche von den niederländischen Künstlern RACOON, MALA VITA und DE DIJK unaufhörlich gesteigert wird.

Auf der Red Stage geht es währenddessen international zu. MILES KANE überzeugt vor allem die jungen Ladys im Publikum durch seinen eindeutig britisch geprägten Sound. Im Anschluss kommen ALPHABEAT aus Dänemark, die  mit ihrem frischen Popsounds zum Tanzen einladen. Spätestens bei deren bekanntesten Hit „Fascination“, überträgt sich die gute Laune vom singenden Duo Anders SG und Stine Bramsen aufs Publikum, welches es ihnen mit lautem Applaus dankt. THE WOMBATS ließen es dann doch wieder britisch werden und locken nun erkennbar mehr Menschen vor die Bühne. Das Trio um Frontmann Matthew Murphys, versteht es nicht nur das Publikum musikalisch zu unterhalten, sondern scherzt außerdem: „Everywhere we go, we take the good weather with us“. Scheinbar blieben sie nach ihrem Auftritt bis zum Ende des Festivals, denn sie Sonne bleibt den Besuchern ein treuer Begleiter.

Viele nutzen das gute Wetter für ein Päuschen zwischen den Bands, um sich am Sandstrand des Sees, welcher unmittelbar neben den Bühnen beginnt, auszuruhen. Auch das Kettenkarussell in Miniausgabe ist sehr beliebt und die gleich daneben befindliche Chillarea, mit riesiger Sitzkissenlandschaft, lädt ebenfalls zum Entspannen ein.

Kaltgetränke und sonstige Verpflegungsangebote gibt es auf dem Gelände in großer Auswahl und ohne lange Wartezeiten. Lediglich die Müllentsorgung ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Mülleimer werden, wenn überhaupt, sehr versteckt aufgestellt und so lassen die Besucher ihre Plastikbecher einfach da fallen, wo sie geleert werden. Damit das Gelände aber nicht zur Müllkippe verkommt, sind unentwegt Müllsammler unterwegs. Auch eine Art von Arbeitsbeschaffung.

Kulturell geht es auf der Theaterbühne zu. Hier gibt es den ganzen Tag die verschiedensten Darbietungen, bei denen auch das Publikum ganz gerne mit eingebunden wird. Ein schöner Ausgleich, der die Vielseitigkeit des Festivals im vollen Maße wiederspiegelt. Die besonders Mutigen können übrigens auch direkt vor Ort heiraten. Und keine Angst, da man auch unmittelbar ein Hochzeitsdress leihen kann, steht dem Vergnügen in Weiß nichts entgegen. Wie viele Gesichter da wohl am nächsten Tag ihre Ringfinger ganz verdutzt betrachten?

Zwischen den beiden Hauptbühnen befindet sich die Yellow Stage, welche in einem großen Zirkuszelt untergebracht ist.  Sie lockt mit dem Sound der 80´s und 90´s, welcher allerdings sehr beatlastig dargeboten wird. Den Besuchern scheint es zu gefallen, denn das Zelt ist stetig brechend voll und es wird lauthals „I want to be a Hippy and I want to get…“ oder „wake me up before you go go„ mitgesungen. Allgemein scheinen die elektronischen Klänge enorm beliebt zu sein. Während auf der Open Air Bühne die etwas härteren Töne zum Tanzen einladen, befördert der House Sound der Green Stage und vor allem der Brown Stage, welche auch in einem Zirkuszelt untergebracht ist, die Massen in Bewegung. Eine Vielzahl an nationalen und internationalen DJs schafft es das Publikum in Ekstase zu versetzen, so dass wirklich keiner mehr still steht.

Die aus dem benachbarten Belgien stammende SELAH SUE betritt um kurz vor neun die Red Stage und verzaubert das Publikum unmittelbar mit den ersten Tönen. Ihre soulige Musik kommt live viel energischer daher, als auf  ihrem Album und wird stark durch die elektronischen Parts gepusht.

Um halb elf kommt es dann zum großen Showdown. Schade leider, dass THE KOOKS und MADNESS zur exakt gleichen Zeit auf die Bühne gehen. Allerdings beobachtet man auch hier schnell eine Altersteilung. Einige wechseln natürlich auch zwischen den Bühnen, um von beiden Bands etwas mitzubekommen, aber so richtig genießen konnte man es dadurch nicht. THE KOOKS begeistern durch ihre Show und ließen in den folgenden 90 Minuten keinen Hit aus. Dier Klassiker der ersten beiden Alben kommen besonders gut beim Publikum an. Lediglich mit „Jung of the Heart“ vom neuen Album schaffte es Luke Pritchard die Zuschauer richtig happy zu machen.

MADNESS kommen, sehen und siegen. Gleich drei Klassiker zu Beginn lassen alle Zweifler verstummen. Die Herren verstehen ihr Handwerk immer noch. Was „One step beyond“ einleitet, setzt sich unaufhaltsam fort. Die Masse feiert. Die neueren Singles wie „Forever Young“ gefallen zwar auch, aber die Klassiker bringen das Fass zum Überlaufen. Spätestens als „Baggy Trousers“ gespielt wird, steht wirklich keiner mehr ruhig an seinem Platz. Egal wo man hinblickt, tausende von Menschen bewegen sich zum typischen „Nutty-Sound“ von MADNESS. Es folgt „Our House“ und dann zum Abschied „It must be love“. Doch damit nicht genug, als Zugabe wird „Madness“ gespielt und als dann das Horn zu „Night Boat to Cairo“ erklingt, brechen wirklich alle Dämme. Ein gelungener Abschluss eines wunderschönen Festivaltages.

Der Moderator des Festivals entlässt die Besucher mit einem herzlichen Dankesgruß und den Klängen von „Always Look on the Bright Side of Life“. So machen sich die Besucher allen frohen Mutes pfeifend auf den Heimweg und zählen wahrscheinlich jetzt schon die Tage bis zum nächsten Indian Summer. Ahoi!

Das nächste Indian Summer Festival findet am 22. Juni 2013 statt.

Text und Fotos: Miroslav Menschenkind (www.miroslav-menschenkind.com)

Indian Summer Festival 2012 Line-Up:

2manydjs, Alex van Oostrom, Alphabeat, Benny Rodrigues b2b Darko Esser, Ben Liebrand, Bingo Players, Bootsman2Bootsman, D-Ribeiro b2b Jorge Spencer, Deetron, De Dijk, De Hijgende Herten, DJ Roog, Dominik Eulberg, Dr. Lektroluv, Erick E., Funkerman, Gers Pardoel, Joost van Bellen, Juan Sanchez, Kensington, Kid Culture b2b Rene Engel, La Fuente feat. MC Gee, Lefties Soul Connection, Lucien Foort, Madness, Mala Vita, MC Haits, MC Mitch Crown, Michael Mendoza, Mike Ravelli, Miles Kane, Morning Parade, Moss, Racoon, Sander Kleinenberg, Sandro Silva, Selah Sue, Steve Rachmad, The Kooks, The Wombats, Yori Swart

Mehr zum Thema:

Offizielle Homepage: www.indiansummerfestival.nl

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