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Von Freitag bis Sonntag spielten auf insgesamt drei Bühnen bei Rock im Park mehr als 80 Bands. Tenacious D erspielten als heiß gehandelter Insider-Tipp die Herzen des Publikums, Metallica brachte die Fans zum Ausrasten und Linkin Park rockten zum Schluss nocheinmal die dreitägige Riesen-Party, die mit tosendem Beifall von mehreren zehntausend Zuschauern vor der Hauptbühne schließlich zu Ende ging.

Am Sonntagabend gingen in Nürnberg und am Nürburgring gleich zwei von Deutschlands größten und beliebtesten Open Air Festivals zu Ende. Die rund 160.000 Drei-Tages-Tickets für die beiden Zwillingsfestivals waren schon lange im Vorfeld vergriffen. Beim „Rock im Park“ feierten vom 01. bis 03. Juni 2012 zehntausende Fans, die aus weiten Teilen Deutschlands extra angereist waren, mit Bands wie Metallica, den Toten Hosen, Gossip, Motörhead, Marilyn Manson, Deichkind oder Billy Talent eine riesengroße Rock-Party.

Auch dieses Jahr stand wieder die entscheidende Festivalfrage im Vordergrund: Wird sich der Wettergott gütig zeigen? Denn in den letzten Jahren war dies nicht immer der Fall, so dass viele Festivalbesucher schon in Gummistiefeln und Regencape anreisten. Dieses Outfit wurde jedoch überwiegend nicht gefordert, denn der Wettergott zeigte sich zu mindestens teilweise gnädig. Denn Freitag und Samstag gab es Sonnenschein satt.

Die beiden US-Musiker und Schauspieler Jack Black und Kyle Gass aus dem Kultfilm „Kings Of Rock – Tenacious D“ betraten schon gegen 17:30 Uhr am Freitag nachmittag die Bühne  und präsentierten vor eindrucksvollem Bühnenbild (dem grimmig-blickenden Phönix-Vogel in der Form eines erigierten Phallussymbols) ihre aktuelle Scheibe Rize Of The Fenix. Schon im Vorfeld wurde das musikalische Ulkduo als Insider-Tipp gehandelt.

Das die beiden Musiker neben brillantem Classic-Rock nicht nur musikalisch eine ausgezeichnete Show auf’s Parkett bringen, wurde jedem Konzertbesucher spätestens nach den ersten Songs klar, die die beiden US-Rocker mit Ihrem schauspielerischen Talent perfekt untermalten. Mit einem ihrer bekanntesten Stücken Fuck Her Gently, der lautstark vom Publikum aus tausenden Kehlen mitgesungen wurde gipfelte ihr Auftritt von Tenacious D. Ihr Gig war definitiv einer der schönsten und unterhaltsamsten des Festivals.

Weiter ging es kurz darauf mit Billy Talent, die es nicht nur schafften die Crowd vor der Centerstage auf Metallica vorzubereiten, sondern darüber hinaus eine sehr gelungene Show absolvierten. Sänger Benjamin Kowalewicz spielte mit seiner Rockband bei schönstem Sonnenuntergang mitunter Hits, wie Devil in a Midnight Mass, Red Flag, Fallen Leaves oder Rusted From The Rain. Ihr Album Billy Talent III“ erschien am im Jahr 2009 und verkaufte sich am ersten Tag bereits über 300.000 Mal. Drei Jahre nach „Billy Talent III“ kündigten die Kanadier jetzt ihr neues Album für den Herbst an.

„Willkommen in der Metallica-Familie“

Das absolute Highlight beim „Rock im Park“ gab es mit dem Auftritt von Metallica gleich am ersten Abend. Mit ihrem „Black Album“ brach die Band vor mehr als 10 Jahren  alle Rekorde und lieferte damit ein wahres Stück Rockgeschichte. Eben diese Songs des Albums spielte die Band in Nürnberg und somit auch ihre wohl größten Hits Enter Sandman, Wherever I may roam oder The Unforgiven bei denen die begeisterten Fans regelrecht ausrasteten und lauthals jubelten.

Ein gut gelaunter James Hetfield erinnerte sich, dass es schon eine Weile her sei, als er 2006 zum letzte Mal beim Parkfestival auf der Bühne stand und gab sich überzeugt, dass diejenigen, die noch keine Metallica-Fans waren, es hoffentlich jetzt geworden sind. Recht hatte er,  mit „Willkommen in der Metallica-Familie“ hieß Sänger James Hetfield schließlich seine neuen Fans willkommen, die dies mit tosendem Beifall zu schätzen wussten.

Mit einem gewaltigen Feuerwerk, zahlreichen Feuersäulen und einer gigantischen Lasershow zum Song One ging nach einer etwa 2 Stunden die Show zu Ende,  die den Parkrockern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wer in den vorderen Reihen etwas Glück hatte, konnte noch zahlreiche Goodies einsammeln, denn James Hetfield, Gitarrist Kirk Hammett und der aus Dänemark stammende Schlagzeuger Lars Ulrich Drummer Lars Ulrich, sowie der seit 2003 bei Metallica aktive Bassist Robert Trujillo geizten nicht, um mit vollen Händen ihre Plektren, Drumsticks und aufgeblasene Metallica Wasserbälle von der Bühne zu werfen, was ihnen mit phrenetischem Jubel seitens der Fans gedankt wurde. Ein gelungener Auftakt bei „Rock im Park“, der keine Wünsche offen lies!

Nach dem Auftritt war für viele feierwütige Rockfans die Show aber noch lange nicht zu Ende. An zahlreichen Orten auf dem Gelände ging die Party ausgelassen weiter. Auf der Alternastage sorgte der aus Los Angeles stammende DJ Sonny Moore alias Skrillex ganz allein als Late-Night-Special für nächtliche Unterhaltung und „legte“ mittels Notebook eine Mixtur aus Dubstep, Elektro-House mit einem Hauch Punk und Metal auf. Parallel dazu spielten die Bands Rival Sons und Mastodon in der Clubstage bis gegen 2 Uhr Morgens schließlich der hinsichtlich des offiziellen Teiles der Hammer viel.

Auf den Zeltplätzen wurde jedoch meist bis in die frühen Morgenstunden noch ordentlich weiter gefeiert, denn bei vielen der Angereisten stand Schlafen unter dem Motto „Pure Zeitverschwendung“, war mithin nur zweitrangig. Bei denen, die doch den Weg in die Zelte geschafft hatten, wurde durch die improvisierten Partyburgen äußerst Watt-Stark schon in frühen Morgenstunden der recht kurze Schlaf beendet.

Dropkick Murphys und The Offspring bereiteten den teilweise doch sichtlich vom Vorabend gezeichneten Parkrockern am Samstag nachmittag einen gelungenen Einstieg in den zweiten Festivaltag, der am Abend mit den Toten Hosen aus Düsseldorf richtig gerockt wurde. Die Hosen, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feiern und ihr aktuelles Album „Ballast der Republik“ im Gepäck hatten, waren extra schon einen Tag eher angereist.

„Auch Campino & Co. sind große Fans von Metallica und sind bereits einen Tag früher zu Rock im Park angereist um den Auftritt hautnah von der Bühne miterleben zu können!“, hieß es bereits im Vorfeld auf der „Rock im Park“-Facebookseite. Neben neuen Stücken, wie z.B. ihrer jüngst veröffentlichten Single Tage wie diese, die derzeit auf Platz 1 der deutschen Charts ist, präsentierten Campino und seine Mannen auch altbekannte Klassiker, wie Alles aus Liebe, Alex, Bonnie & Clyde. Schließlich katapultierten die Düsseldorfer auch das Ärzte-Cover „Schrei nach Liebe“ lautstark durch die Boxen. Wie man sein Publikum auch in älteren Jahren animiert, haben die Kollegen aus Berlin und Schöpfer des Punk-Rockklassikers erst vor wenigen Tagen in der Münchner Olympiahalle eindrucksvoll bewiesen.

Der Sonntag wartete schon am Morgen mit Schauern auf. Während die Rockfans an den vorherigen beiden Tagen noch trockenen Hauptes headbangten mussten sie sich am letzten Tage auf heftigen Regen einstellen. Doch zahlreiche festivalerfahrene Besucher hinderte dies nicht im Geringsten daran trotzdem auf dem Festival jede Menge Spaß zu haben.

Denn neben Ihren Regenoutfits waren auf den großzügig geplanten Campingflächen rund um den Nürnberger Dutzenteich und das Zeppelinfeld auch die meisten als Betten dienende Zelte und Wohnwägen bestens präpariert.

Die Highlights am Sonntag waren ganz klar die Auftritte von Gossip um Wuchtbrumme Beth Ditto, den Guano Apes und der kalifornischen Band Linkin Park, die zum Abschluss der Riesen-Party beim „Rock im Park“ und somit zum ersten Mal seit 5 Jahren wieder auf dem Schwesterfestival von Rock am Ring spielten.

Nach dem Festival ist vor dem Festival

Insgesamt verlief das Mammutereignis nach Angaben der Polizei weitest gehend friedlich und auch die Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sprachen von keinen nennenswerten Zwischenfällen. Rund um das Festivalgelände seien in den meisten Fällen blaue Flecke, kleinere Wunden oder Verstauchungen gemeldet worden. Ansonsten noch ein paar Knochenbrüche, aber nichts ungewöhnliches für so ein Großereignis.

Auch die Pressure Redaktion die knapp 72 Stunden auf den Beinen und somit mitten im Herd des Geschehens war, kann das friedliche Bild bestätigen. Kleinere Raufereien unter alkoholisierten Besuchern wurden von den weitestgehend gut positionierten Security-Mitarbeitern schnell aufgelöst.

Mit 76.000 Besuchern ging am Sonntagabend in Nürnberg ein für die Veranstalter äußerst erfolgreiches Festival mit einem neuen Besucherrekord zu Ende. Schon in wenigen Wochen sollen die ersten Bands für 2013 bekannt gegeben werden.

In diesem Sinne auf geht’s zu Rock im Park 2013!

Artikel von Marcus Berg und Nessy

Mehr zum Thema:

Rock im Park Webseite: www.rock-im-park.com

Bilder: Pressure Magazine

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