Was ist wohl das Beste an der Sommerzeit? Natürlich, dass endlich wieder die Open-Air Saison starten kann und ein großartiges Festival das nächste jagen wird. Auch in diesem Jahr stehen wieder so einige gute Events an, zwischen denen man sich irgendwie entscheiden muss. Und unabhängig davon, ob das Wetter am Ende wirklich mitspielt, ist eine einzigartig gute Stimmung und beste musikalische Darbietung vorprogrammiert. Sicherlich hat man auch mal das Pech, von Regenwetter und schlammigem Boden getroffen zu werden, aber gerade diese Festivals, die sozusagen ins Wasser fallen, sorgen für unerwartete Erlebnisse und bleiben ewig als besondere Erinnerung abgespeichert.

In den letzten Jahren haben sich all die verschiedenen Festivals zu weitaus mehr, als nur bloßen Musikveranstaltungen entwickelt. Mittlerweile spielen sich innerhalb der Festival-Area unglaublich viele Neben-Attraktionen ab, zu denen Kunst-Ausstellungen und Wellness-Angebote zählen können. Vor allem aber hat sich eine sagenhaft breite Palette an kulinarischer Versorgung für die Festivalbesucher entwickelt. Längst muss man nicht mehr drei Tage am Stück von Bratwurst und labbrigen Pommes leben, vielmehr kann man sich nun zwischen frisch zubereiteten Spezialitäten aus aller Welt entscheiden. In erster Linie werden hier kleine Snacks verkauft, die man mal eben schnell auf die Hand nehmen kann. Da lässt sich neben spanischen Tapas, mexikanischen Burritos, vietnamesischen Bao-Burgern oder holländischen Mini-Pancakes alles finden, was das Herz begehrt.

Die musikalische Unterhaltung könnte in der Zwischenzeit fast zur Nebensache werden, bei der Vielfalt an Essensständen und Food-Trucks, auf die man neuerdings bei den meisten Festivals trifft, da man am liebsten alles mal probieren möchte. Allerdings sollte man nicht ausschließlich aufgrund des besonderen kulinarischen Angebots sein Festival-Ticket kaufen, weil das in der Regel einen stolzen Preis hat, mit dem die erstklassigen Bands unterstützt werden sollen. Authentisches Streetfood wird auch regional auf Stadtfesten angeboten und kann sogar online bestellt und geliefert werden, wenn einen die Sehnsucht nach dem gewissen Etwas packt, das man nicht jeden Tag zu sehen, geschweige denn zu essen bekommt. Allerdings wird man während eines Festivals schon mal eher das Glück haben, kleine leckere Kostproben ganz umsonst angeboten zu bekommen.

"Street Food Festival Köln" (CC BY 2.0) by wuestenigel
„Street Food Festival Köln“ (CC BY 2.0) by wuestenigel

Üblicherweise nutzen Gastronomen, aber auch andere Firmen die gut besuchten Musik-Events für eigene Promotionzwecke, um sich ihrer Zielgruppe annähern zu können, was sich in Freebies und Give-Aways niederschlagen kann. Nicht selten kann man sich dann hier und dort durch die Essensstände naschen, ein T-Shirt umsonst abgreifen oder eine Probe-Massage verpasst bekommen. Mitunter gibt es auch die Möglichkeit, quasi als Tester neue Produkte auszuprobieren, die auf den Markt gebracht werden sollen. Viele Festivals werden von Sponsoren mitgetragen, die die Gelegenheit nutzen, neueste technische Geräte, Autos oder Ähnliches zu präsentieren.

Und noch eine Sache hat sich in der Zwischenzeit durchsetzen können, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre: Viele der größeren Musik-Veranstaltungen kalkulieren mit ein, dass auch Kinder mitgebracht werden, so dass man eigene Bereiche schafft, in denen die Kids entertained werden sollen, so lange sich die Eltern den Live-Auftritten ihrer Lieblingsbands widmen wollen. Sicherlich kann das zwiespältig betrachtet werden, dass Kinder überhaupt auf Festivals mitgenommen werden – aber für Elternpaare, die zusammen ein Festival besuchen wollen, stellt es eine erhebliche Erleichterung dar, sich nicht um Betreuung kümmern oder allgemein auf das Event verzichten zu müssen.

Mit all diesen zusätzlichen Annehmlichkeiten und Freebies, die auf die Konzert-Besucher warten, lohnt sich der Kauf eines Festival-Tickets am Ende noch mehr, als ohnehin schon.

Titelfoto Quelle: Pixabay