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Am 01. März erscheint mit “For Love & Glory” das neue Album der New York-Hardcoreband Stigma. Pressure Magazine traf Sänger Vinnie Stigma und Bassist Mike Gallo zum Interview.

Hallo Mike und Vinnie, alles gut bei euch? Das Wetter spielt in New York zur Zeit etwas verrückt. Seid ihr froh, wenn es wieder wärmer wird?

Mike: Ja, ich denke es ist schon ein wenig verrückt. Besonders wegen Hurricane Sandy, der hier druchfegte und großen Schaden angerichtet hat. So langsam normalisieren sich die Dinger wieder. Vinnie und ich mögen die Jahreszeit, es ist nicht immer toll wenn es so heiss ist, es wird dann auch schnell unangenehmt. Es ist Teil des New Yorker-Seins!

“For Love And Glory” ist das zweite Album eurer Band Stigma. Warum hat es fünf Jahre bis zum Nachfolgewerk gedauert?

Mike: Nunja bei Agnostic Front zu spielen bei unserem Terminkalendar, da gehört schon was dazu – das verlängert natürlich schnell den Produktionsprozess. Wir hassen es, “Stigma” als Nebenprojekt anzusehen, aber Agnostic Front kommt nunmal zuerst. Wir haben uns Zeit mit der Platte gelassen, um sie so stark wie möglich zu machen. Es gab keinen Druck, so konnten wir das Beste rausholen. Ich denke, dass ist uns gelungen.

Bitte gebt uns einen Einblick, was uns bei den neuen Songs erwartet.

Vinnie: Unser Lieblingssong ist Track 3 “Don´t Lose Faith” – ein Song über die Dankbarkeit gegenüber Freunde und Familie, die uns in schweren Zeiten helfen. Man darf nie den Glauben verlieren, egal wie schlimm die Dinge sind. Zu diesem Lied haben wir auch ein Video gedreht.

“Average Man” ist der erste Song auf dem Album – er erzählt davon, dass wir alle nur Menschen sind, die auch mal Fehler machen. Man muss sich immer wieder aufrappeln und nach vorne schauen.

“I Am” sagt einfach aus, dass ich “ich” bin und mich nicht für andere verstelle, nur um denen zu gefallen. Ich lebe so, wie ich es für richtig halte.

“Days Of Old” ist ein ganz besonderer Song für mich. Lars von Rancid hat uns dabei unterstützt; dieser Titel treibt mir die Tränen in die Augen, denn ich denke an alte Zeiten, in denen ich jede Minute mit meinen alten Freunden verbracht habe. Es ist erstaunlich, wie schnell die Zeit vergehen kann.

CD-Review: Stigma – “For Love & Glory”

Das Album wird auf dem Label Sunny Bastards veröffentlicht. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Mike: Wir haben viele Freunde, die nur gutes über Sunny Bastards zu berichten hatten. Wir haben dem Label einige Songs geschickt und sie haben sie von Anfang an geliebt. Chris und Sunny legen Wert auf ein familiäres und freundschaftliches Verhältnis und wir sind stolz darauf, nun ein Teil davon zu sein.

In eurer langen Karriere als Musiker habt ihr eine menge erlebt. Erinnert ihr euch an die verrückteste Geschichte?

Vinnie: Ich muss an eine lustige Erfahrung denken, die ich vor etwa 10 Jahren mitten in Amerika gemacht habe. Wir waren mit Ringworm und noch einer Band, an die ich mich nicht erinnern kann, unterwegs. Wir gingen in dieses Restaurant und liefen in den hinteren Bereich und die Bedienungen fingen an, uns das Essen zu bringen. Wir fingen an zu essen und auf einmal fingen die anderen Restaurantbesucher an, uns anzuschreien. Als wir dann gemerkt haben, dass wir das Essen essen, was eigentlich für den Empfang einer Party gedacht war, mussten wir lauthals lachen. So wie ich jetzt lache, so habe ich damals auch gelacht!

Vinnie, du bist Mitbegründer der Band Agnostic Front und Mike, du spielst sein 1999 in der Band. Was bedeutet euch Agnostic Front – immerhin ist es eine der bekanntesten Hardcorebands weltweit?!

Vinnie: Es ist unglaublich, wie weit Roger und ich es mit der Band geschafft haben. Wir hätten nie gedacht, dass es irgendwann einmal so weit geht. Wir spielen überall, von Japan bis Südamerika, Europa, Kanada; es ist eine erstaunliche Leistung. Man verliebt sich und lernt Freunde in der ganzen Welt kennen, das ist ein unglaubliches Gefühl.

Mike: Für mich ist durch den Beitritt in die Band ein Traum wahr geworden. Ich komme an Orte, an die ich nicht einmal gedacht habe. Einmal in Calabria (Italien) zu spielen, wo mein Vater geboren wurde – das war ein tolles Erlebnis. Die Musik zu spielen, die ich so liebe und in einer Band zu spielen, die mich so beeinflusst – wenn ich heute sterbe, kann ich sagen, dass ich das Leben in vollen Zügen genossen habe. Diese Band macht mich zu dem, der ich bin!

Wie man unschwer sehen kann, seid ihr stark tätowiert. Könnt ihr euch an euer erstes Tattoo erinnern?

Vinnie: Mein erstes Tattoo war ein traditionelles “Sailor Jerry Mom” mit einer Rose. Ich war 17, das ist nun 40 Jahre her.

Mike: Mein erstes Tattoo war auf dem Unterarm, irgendeine Art von Musiknoten und Flammen. Es ist chaotisch, wieviel Mist ich tätowiert habe (lacht). Ich war 18, jetzt bin ich 38 – auch schon 20 Jahre her!


Bestimmt der “New-York-Hardcore” euer Leben, oder hört ihr privat auch mal andere Musik?

Mike: Natürlich lieben wir den NYHC und den ganzen Lifestyle. Wir leben ihn, das heisst aber nicht, dass wir nicht offen für andere Musik sind. Wir beide hören auch andere Musik, von Ron´n`Roll bis zu Country und vieles mehr. Wir mögen alles, was Substanz und Herz hat. Musik, die für etwas steht und die man fühlen kann. Es ist falsch, wenn man andere Musik ignoriert und sich dessen verschließt.

Gibt es für euch noch Ziele, die ihr erreichen wollt?

Mike: Unsere Ziele sind, unsere Musik am Leben zu erhalten – Konzerte und Tourneen zu spielen und weiterhin hochwertige Musik zu machen. Die meisten Bands werden nach zehn Jahren das Handtuch. Unser Ziel ist es, lebendig zu bleiben, solange wir können.

Ich gehe zur Schule, um Friseur zu werden – das ist also ein weiteres Ziel. Und wir beide starten eine NYHC Modelinie; wir werden Shirts, Hüte und vieles mehr machen. Also haltet die Augen auf!

Was sind eure weiteren Pläne mit Stigma und Agnostic Front?

Mike: Wir arbeiten an einer neuen Agnostic Front-Scheibe. Ausserdem spielen wir mit Slayer un Hatebreed auf dem Full Force-Festival. Mit Stigma gehen wir im Mai auf Europatour, gemeinsam mit Stomper 98 und The Old Firm Casuals.

Vielen Dank für das Interview, die letzten Worte gehören euch!

Mike: Wir haben zu danken! Am 01.03. erscheint das neue Album “For Love And Glory”.

Ausserdem erscheint unsere Modelinie – ein Linie, die sich auf Shirts und Hüte spezalisieren wird. NY-Style! Hardcore lebt! Danke nochmal, Flo!

Interview von Florian Puschke im Februar 2013