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Veröffentlicht am 8. September 2013 von Pressure Magazine in Interview
 
 

The Sorrow: Das große “Misery Escape” Interview mit Tourrückblick

TheSorrowBandfoto
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THE SORROW spielen sich seit über sieben Jahren in eine wachsende Fangemeinde. Am 26.10.2012 erschien das dritte Album „Misery Escape“ des Metalcore-Vierers aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die darauf folgende Tour durch Deutschland und Österreich ist erfolgreich absolviert und wir finden, es gibt keinen besseren Zeitpunkt als den Beginn eines neuen Jahres um mit Bassist Tobi ein Resümee zu ziehen.

 

Hallo Tobi, schön, dass du dir mitten im Tour-Stress trotzdem Zeit für uns nimmst. Du hast dir ja eine Schnittverletzung an der Hand zugezogen. Auf eurer Facebook-Seite habe ich gelesen, dass du trotz des durchtrennten Muskels die letzten Shows gespielt hast.Wie geht es dir denn?
Hey Nicole! Mittlerweile ganz gut, es gibt zwar ein paar Wundheilungsstörungen, da ich wahrscheinlich doch zu wenig Ruhe gegeben hab, aber das wird schon bis zu den nächsten Shows. 😉
Die Deutschland-Tour ist leider seit den 08.Dezember vorbei. Weiter ging es für euch in Österreich. Unterscheiden sich die österreichischen von den Shows in Deutschland? Spürst du da euren Heimvorteil?
Definitiv. In unserer Heimat läuft es wirklich ganz gut, die Platte landete auf Platz 18 der Ösi- Charts und es kommen halt in etwa 4x soviel Leute auf die Show, also kann ich mich nicht wirklich beklagen.
Es gibt in Österreich nicht wirklich viele erfolgreiche Bands, man merkt schon gewaltig, wie stolz die Leute eigentlich auf uns sind!
Natürlich habt ihr bereits vorher schon etliche Konzerte gespielt, aber wie würdest du auf die bisherige Tour zurückblicken? Wird das spielen vor jubelnden Fans mit der Zeit „selbstverständlich“ oder saugt man da jeden einzelnen Moment auf?
Man saugt jeden Moment auf, wirklich! In Deutschland ist es jetzt echt gut für uns gelaufen, die München-Show beispielsweise war überwältigend – ausverkauft im Vorverkauf, 380 Leute in einer Venue, die normalerweise 250 fasst. Da gab es schon ein paar Gänsehautmomente. Von Österreich und vor allem unserer Heimshow in Dornbirn ganz zu schweigen.
Verrate uns doch bitte den bisher besten Moment oder deine schönste Erinnerung an diese Tour.
Als wir in München „Follow The Lights“ gespielt haben und die Leute dermaßen grandios mitgesungen haben, dass ich fast darauf vergessen hätte, weiter zu spielen. Das war wirklich großartig. und die meisten Aftershow-Parties waren ebenfalls denkwürdig, aber eher nichts, über dass ich in Interviews reden würde (lacht).
Gibt es manchmal untereinander Reibereien, wenn ihr auf Tour zusammen hängt? Was kann am meisten nerven wenn man längere Zeit auf engstem Raum zusammen ist?
Klar gibt es die! Wenn man z.B. von Stuttgart nach Bremen hochfahren muss, kann alles nerven: Geräusche, Gerüche, Aussagen, die Pinkelgewohnheiten von einzelnen, aber das sind Kleinigkeiten, wir haben gelernt, uns zu arrangieren!
Wenn man die Musikkritiken zu „Misery Escape“ liest ist die Hörerschaft durchweg begeistert. Wie würdest du eure Platte den Metalfans besonders schmackhaft machen, die bis jetzt noch nicht rein gehört haben?
Die Frage ist wirklich schwierig zu beantworten. wer es gern melodisch, aber trotzdem auf die 12 mag, kann bedenkenlos zugreifen. Auch wer sich gerne mit emotionalem, tiefgründigerem Stoff beschäftigt, macht nicht alles falsch, wenn er sich mal unserer Musik und deren Texten widmet!
Mit welcher Thematik beschäftigt sich „Misery Escape“? Und warum genau dieser Titel fürs Album? Wie siehst du selbst euer neues Album im Vergleich zu euren alten Scheiben?
In „Misery Escape“ geht es simpel um das Überwinden von Krisen größerer und kleinerer Natur. Jeder kennt Probleme, die ihn fast auffressen, aber für andere erscheinen diese total lapidar. Sorgen sind subjektiv zu empfinden, aber es gilt sie alle loszuwerden und glücklich zu sein. Das ist die Quintessenz von der Platte, werde deinen Ballast los, lebe und werde glücklich.
Auf unseren alten Scheiben probierten wir öfters auf haudrauf zu machen, obwohl uns das nicht immer so gut zu Gesicht steht. Wir haben wirklich probiert, die Stimmung von den texten den Songs anzupassen und umgekehrt. Was wir auf „The Sorrow“ begonnen haben, haben wir mit „Misery Escape“ konsequent fortgeführt!
Zu „Burial Bridge“ gibt es ja ein Video. Sind noch mehr Clips geplant?
Ja, aber es ist noch nichts wirklich spruchreif, Ideen sind massenhaft vorhanden. Mal sehen, was dann wirklich geschieht!
Wie entstehen eure Songs? Kommt jeder mit einer Idee an und ihr arbeitet diese dann zusammen aus?
Unsere Gitarristen fangen immer saufrüh an mit Riffs schreiben, die werden dann zusammengetragen und potentielle Songs mit Dominik arrangiert, der die Drumbeats programmiert. wenn eine gute Preproduction steht, gehen wir ins Studio und dann werden die Texte arrangiert, über welche ich mir anfange Gedanken zu machen, wenn die anderen mit den Riffs daher kommen. Ist eigentlich nicht so spektakulär, wie man sich das evtl vorstellen mag.
Was denkst du über die momentane Metalszene in Deutschland und Österreich? Nerven dich bzw. euch Bandvergleiche, die ihr immer und immer wieder hört?
Ich denke nicht viel über eine Szene nach, das ganze wandelt sich so schnell. Ein Trend der mich aber tendenziell stört, ist der, dass wirklich Look über Musik und Können steht, zumindest sehr oft. Wir sind mittlerweile fast alle über 30, da kann man nicht mehr mit Coolness bei den jungen Hörern punkten. Und nein, Bandvergleiche stören nicht, solange es nachvollziehbar ist bzw wir mit guten Bands verglichen werden, haha! Aber das liegt ja auch immer im Auge des Betrachters. (lacht)
Verfolgst du die „Szene“ eigentlich auch aus der Sicht eines Fans? Gibt es Bands oder Alben, die dich in letzter Zeit beeindruckt haben?
Natürlich! Und das waren viele. Die neue Parkway Drive, The Ghost Inside, Baroness oder Deftones, alles großartige Alben, die alle dieses jahr das Licht der Welt erblickt haben. oder ich war auf einer Show von Graveyard in meiner Heimatstadt und es war grandios. Außerdem kann ich es kaum mehr erwarten bis Kvelertak ihre neue Platte raushauen und damit auf Tour kommen.
Ihr seid ja sehr aktiv auf Facebook. Was glaubst du, sind die Vorteile einer solchen Plattform?
Du kannst die Leute tagtäglich mit Infos füttern, die Leute wollen das auch. Jede Band, die dieses Medium momentan unterschätzt, macht etwas falsch. So viele Leute kriegen noch in letzter Sekunde über FB mit, dass wir in ihrer Stadt spielen. Wir wollen uns das zum Vorteil machen und nützen deshalb diese kostenlose Möglichkeit.
Seid ihr nebenbei eigentlich noch berufstätig oder könnt ihr inzwischen von der Musik leben?
Wir können nicht von unserer Musik leben und das wird wahrscheinlich auch so bleiben. Ich persönlich liebe aber meinen Job als Krankenpfleger in einer Notaufnahme dermaßen, dass es für mich fast erholsam ist, nach einem harten Wochenende wieder in der Ambulanz zu sein…
Was macht ihr eigentlich, wenn ihr mal keine Musikinstrumente in der Hand habt?
Ach, da hat jeder seine eigenen Sachen. Ich liebe es, Serien anzusehen, von britischen Sitcoms bis zu HBO Serien wie „Game of Thrones“ oder „The Walking Dead“,  aber ich zocke auch gerne auf meiner PS3. Dominik macht wahrscheinlich gar nichts anderes als Schlagzeug zu spielen, wenn er nicht mit seiner Freundin romantische Abende verbringt (lacht).
Mätze ist ein alter Eishockey-Crack und Andi investiert glaub ich ohnehin jede freie Minute in die Band…
Das Jahr 2012 geht nun zu ende. Habt ihr irgendwelche speziellen Pläne für 2013? Welche Live-Daten sollten sich eure Fans ab jetzt schon mal vormerken?
Das Impericon Festival in Leipzig im April wird wahrscheinlich schon ein Highlight des Jahres darstellen, genauso wie das Deichbrand- Festival in Cuxhaven. Aber da wird noch einiges folgen, auf das wir uns freuen wie bolle. ihr hoffentlich auch (lacht).
Was stand bei einem Musiker wie Dir auf dem Weihnachts-Wunschzettel?
Ich wünschte mir nicht viel, eine schöne zeit mit meiner Familie, Glück für die Menschen, die mir wichtig sind usw. Das meine ich ernst, viel mehr gibt es nicht, alles andere kaufe ich mir selbst, wenn ich es unbedingt haben will!
Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und ich wünsche dir ein schnelle Genesung. Am Schluss gebe ich immer gerne Raum für Appelle, wichtige Mitteilungen, große Geheimnisse oder andere Dinge, die mein Interviewpartner noch loswerden möchte. Das letzte Wort gehört also Dir.
 
Danke Nicole, für das nette Interview, wir hoffen so viele von euch wie nur möglich im neuen Jahr auf unseren Shows anzutreffen! Haut rein und holt euch unsere neue Platte!
Interview von Nicole Wille im Januar 2013

 

THE SORROW Tourdaten 2013

05.04.2013    Paderborn / Metal Inferno Festival
20.04.2013    Leipzig / Impericon Festival
25.05.2013    Augsburg / Kantine
18.07.2013    Cuxhaven – Wanhöden / Deichbrand Festival
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