StörtePriesterBandfoto

Am 10.07.2012 erscheint mit “Höllenrock” das neue Album der Deutschrock-Band Störte.Priester. Pressure Magazine hat den Frontmann Mike getroffen und konnte ihm einige Fragen stellen.

Hallo Mike, am 10. Juli 2012 erscheint euer neues Album “Höllenrock”. Wie liefen die Arbeiten im Studio?

Mike: Ich habe die Zeit sehr intensiv empfunden, da die alte Band, so wie sie war, auseinander gebrochen ist; aufgrund der Karriereplanung von Schlenwo (alter Bassist) und dem Mangel eines fähigen Drummers. Mina und ich machen das ja schon fast von Anfang an und haben jetzt auch mit Manni und Tobi super Bandkameraden gefunden, die sich großartig bei uns eingelebt haben. Die Hauptherausforderung bei dem Album “Höllenrock” war, dass wir endlich klingen wollten wie eine Band und musikalisch so zu komponieren, dass die Musik einen Einklang ergibt. Viel Schnick Schnack haben wir weg gelassen und versucht, geradlinigen und groovenden Rocksound zu produzieren, der die Texte schön einbettet und nach vorne treibt. Leider kam im Sommer 2011 ein heftiges Hagelgewitter nach Bayern, welches unser Studio völlig überflutete aufgrund einer nicht vorhandenen Rückstauklappe. Wir hatten einen hohen Sachschaden und mussten mit der halb fertigen CD von vorne beginnen, was im Nachhinein gar nicht so schlecht war, da dadurch die Songs nochmal etwas ausgefeilter klingen.

 

Was hat der Hörer zu erwarten?

Mike: Ein geradliniges Deutschrock-Album. Gerade aus mit wenig Schnick Schnack und ehrlichen Texten.

 

Was sind deiner Meinung nach die größten Unterschiede zum Vorgänger “Menschenfeind”?

Mike: Man kann die zwei CDs gar nicht miteinander vergleichen. Die “Menschenfeind” entstand in einer für mich sehr schwierigen Zeit, in der ich wenig Freude am Leben hatte und von vielen Menschen extrem enttäuscht wurde. “Menschenfeind” ist hart, metallastig und beleidigend, wobei die “Höllenrock” eher direkte Themen auf den Punkt bringt und die Band so spiegelt, wie sie jetzt ist. Sie ist aufbauender und frischer. Allerdings höre ich auch heute die “Menschenfeind” noch gerne, denn man ist nicht immer gleich drauf und ich würde sagen für jede Lebenssituation oder Stimmung passt etwas anderes.

 

Album-Cover Störte.Priester - HöllenrockGebt bitte einen kleinen Einblick in die Songs.

Mike: Ich möchte auf den Song “Schuld” eingehen. Von vielen Seiten wurde empfohlen diesen Titel vom Album zu nehmen, da er vielen Leute bestimmt bitter aufstoßen wird. Wenn wir aber in einem freien Land leben, in dem Meinungsfreiheit herrscht und man wirklich so denkt, finde ich sollte man diese Meinung auch nicht unterdrücken. Ich möchte hierzu noch erwähnen, dass wir mit dem Song absolut nicht die rechte Seite ansprechen und möchte mich auch hiermit nochmal ganz klar von rechtsradikaler und rassistischer Politik distanzieren. Die Aussage bei diesem Song fordert mehr Toleranz für unsere deutsche Generation auch im Ausland. Viele Menschen sagen den Deutschen noch eine gewisse Restschuld nach, wegen unserer Geschichte. Wir fühlen uns dafür nicht verantwortlich, da wir damals noch nicht mal gelebt haben und finden, dass man in die Zukunft schauen sollte in ein neues und friedliches Deutschland. Das soll nicht heißen, dass man unsere Geschichte vergessen soll sondern viel mehr, dass Deutschland einen Neustart verdient ohne Vorbelastung.

 

Die Songs behandeln oftmals sehr persönliche Themen. Habt ihr alles selber erlebt oder was beeinflusst euch beim Schreiben?

Mike: Störte.Priester hat ja nun ich glaub über 50 Songs und alle sind aus dem Bauch raus entstanden und jeder Song hat für mich eine Geschichte.

 

Der Titel “Es kann nicht immer regnen” ist eine Art Motivations-Song. Was ist deine persönliche Motivation?

Mike: Dass das Glück reine Kopf- und Einstellungssache ist und man sein Leben komplett verändern kann, wenn man das selber will und fast alles erreichen kann was man möchte. Ich schreibe “fast”, weil ein 1,50 Meter großer Mensch vermutlich kein Basketballchampion wird, da muss man realistisch bleiben, aber jeder Mensch kann es schaffen ein glückliches und lebenswertes Leben mit dem richtigen Partner an seiner Seite zu führen und das ist schon einmal ein sehr großer Schritt.

 

Zum Lied “Rock aus der Hölle” habt ihr bereits ein Video gedreht. Warum gerade zu dem Titel und welche Botschaft hat er?

Mike: Er zeigt, dass wir nach einer langen Odyssee (damit meine ich die Unruhe in der Band und den Besetzungswechsel) wieder zurück sind und uns die linken wie rechten Spinner durch Ihre vielen Emails an Veranstalter nicht aufhalten konnten. Wir machen wieder Musik.

 

Das Genre Deutschrock ist in den letzten Jahren,  ordentlich bekannt geworden. Wie seht ihr die Entwicklung und was bedeutet sie euch?

Mike: Ich weiss nicht, ob da so eine große Entwicklung statt gefunden hat. Deutschrock war eigentlich immer schon beliebt, siehe Westernhagen usw. Nur damals gab es noch nicht die Möglichkeit über das Internet die Musik an die Leute zu kriegen. Wer früher keinen Plattenvertrag hatte oder Geld, bzw. Beziehungen, hatte es viel schwerer. Wir persönlich haben uns, als wir mit Störte.Priester angefangen haben, darüber noch keine Gedanken gemacht, da wir erstmals auf englisch versucht haben Musik zu machen. Aber davon sind wir weg, da wir darin einfach zu schlecht waren und grammatikalisch wie inhaltlich nicht das ausdrücken konnten, was wir wollten. Dass wir heute so große Festivals spielen, hätten wir uns damals nie erträumen lassen, da wir einfach nur Musik machten, weil es Spaß macht und man dadurch seine Botschaft verkünden konnte. Frust abbauen und Themen zum Ausdruck bringen.

 

Wie kam eigentlich der Bandname zustande?

Mike: Der Name StörtePriester kommt tief aus meiner nicht ganz so einfachen Schulzeit und bedeutet soviel wie “Stör den Priester”. Der Priester stand als Symbol für meinen damaligen Religionslehrer. Das Wortspiel “StörtePriester” hörte sich dann lediglich interessanter an.

 

Was sind, neben dem Album-Release, eure weiteren Pläne für die Zukunft?

Mike: Als Band weiter zu wachsen und neue Songs zu produzieren. Ein ganz wichtiger Punkt auch live aktiver werden und hoffen auf gute Veranstalter, mit denen wir zusammenarbeiten können.

 

Vielen Dank. Die letzten Worte gehören euch!

Mike: Wir danken allen Störte.Priester Fans, unserer Crew und allen, die uns unterstützen. Bleibt so wie Ihr seid, lasst Euch nicht verbiegen und entscheidet aus dem Bauch!

 

Review von Florian Puschke im Juni 2012

CD-Review: “Störte.Priester – Höllenrock”

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