SDP ZurückindieZukunst InterviewmitPressureMagazine

Mit “Zurück in die Zukunst” ist am 22. Mai 2015 ist das neue Album des Berliner Deutschrap-Punk-Duos SDP erschienen. Pressure Magazine nutze die Gelegenheit, die beiden Musiker Vincent und Dag zur aktuellen Veröffentlichung sowie zur Bandgeschichte zu befragen.

Hi Vincent, Hallo Dag, was treibt ihr gerade so und warum liegt hier eigentlich Stroh rum?

Vincent: …Also, ich kann blasen…

Dag: …an den Füßen nicht ertragen.

Als Interview-Debüt mit dem Pressure Mag müsst ihr uns gestatten, Euch nach der Entstehung von SDP sowie der Bedeutung des Bandnamens Stonedeafproduction zu fragen. Also was die Geschichte dahinter:

Dag: Das sind einfach unsere Vornamen rückwärts und in Spiegelschrift.

Vincent: Eine andere Version der Geschichte ist, dass wir damals einfach so jung waren, 16 oder so, dass es ziemlich egal war, wie wir uns nannten. Das war ja keine Bandgründung in dem Sinne…sondern, wir waren ja immer nur Vincent und Dag, die ihre eigenen Lieder machen.

Dag:Is ja auch immer noch so.

Das vergangene Album Bunte Rapublik Deutschpunk war 2014 auf Platz vier in den Charts. Wenn Euch das noch vor 5 Jahren jemand prophezeit hätte: Was hättet Ihr demjenigen geantwortet? 

Dag: Ich hätte vielleicht gesagt: „…dann muss sich bis dahin aber noch einiges ändern in Musikdeutschland“. Hat es aber glücklicherweise… Wir brauchen ja in dem Sinne keine „Chartplatzierungen“ und hatten das auch nie als erklärtes Ziel oder so. Wir können ja durch das Internet quasi direkt mit den Leuten kommunizieren, die unsere Muck feiern und brauchen keine komischen Plattenverträge und Riesenmarketingmaschine usw.

Durch die steigende Aufmerksamkeit der Charts-Erfolge, Festivalteilnahme und Song-Features mit Künstlern, wie Sido oder Eko Fresh auf vergangenen Alben ist auch die Anzahl Eurer Konzertbesucher gestiegen. Wie kam die Zusammenarbeit mit den namhaften Rappern zustande und wie war im Umkehrschluss die Resonanz derer Fans auf SDP?

Vincent: Das sind alles Kumpels von uns oder zumindest kennen wir uns persönlich und feiern halt gegenseitig die Musik. Wenn sich dann ne Songidee ergibt und es klappt alles, dann macht man den Song einfach. Gerade auf den Festivals ist man teilweise ne kleine Künstler Family und trifft sich immer wieder; so kommen auch Pläne und Ideen zustande.

Ich erinnere mich ebenso daran, dass Eure vergangene Tour in sämtlichen Städten aufgrund der vielen Ticketverkäufe erst einmal in größere Hallen verlegt werden musste. War das wohlmöglich der Moment festzustellen, dass Ihr plötzlich mehr Menschen mit Eurer Kunst erreicht, als ihr es euch selbst ausgemalt hattet?

Dag: Ja. Eindeutig…und das war krass. Ultrakrass. Vor allem natürlich dann in Action auf der Bühne. Die Energie der Leute ist unglaublich und unser Publikum extrem bunt gemischt und unfassbar textsicher – das sind wir richtig stolz drauf, auch anderen Künstlern gegenüber.

Eure Songs befassen sich mit aktuellen Themen, wie Selfie-Hype und Cyb3r Cr!M3 und treffen den Sprachgebrauch der heutigen Generation. Was inspiriert euch und woher nehmt ihr Eure Ideen für neue Songs?

Dag: Das ist ja unsere Generation, unsere Zeit und unsere Sprache. Also…das ganze Leben halt.

Welche Veränderungen im Generationswechsel zwischen der Generation X und Y nehmt ihr selbst am deutlichsten wahr, wenn wir über Gebrauch und den Stellenwert von Musik sprechen?

Vincent: Ich weiß nicht, ob es jetzt Sinn macht, hier schon wieder so Kategorien zu befeuern, aber, ich finde es total interessant, dass sich „unsere Generation“ jetzt überhaupt langsam herauskristallisiert. Wir sind auf jeden Fall mittendrin!

Dag: Ich feier unsere Generation total! Alle sind auf so unterschiedlichen Filmen… zum Beispiel in der Musik geht es richtig ab, was Vielfalt angeht. Dazu könnte ich Stundenlang labern, also zu „unserer Generation“ insgesamt. Wir sind auf jeden Fall die letzten des 20. Jahrhunderts und die ersten Digital Natives… unsere Generation is übelst gesegnet, finde ich bei allem Übel.

SDP - Zurück in die Zukunst - Interview 2015 (Pressefoto)
SDP – Zurück in die Zukunst – Interview 2015 (Pressefoto)

Der Berliner Radiomoderator Jürgen Kuttner stellte Eure Songs bereits im Jahr 2005 in der Nightline auf You FM vor und etablierte den Song Räuberpistole aus Intro seiner Sendung. Wie kam es dazu und welchen Draht hattet ihr zum damaligen Zeitpunkt zu Jürgen?
Vincent: Gar keinen, wenn ich mich recht erinnere…keine Ahnung, wie der an diese CD gekommen ist. Das Intro war übrigens nicht von „Räuberpistloen“, sondern das Intro zu unserem mysteriösen Schulhofalbum „Angriff aus Berlin“.

Am 22. Mai 2015 ist das neue Album Zurück in die Zukunst erschienen. Bei den älteren Jahrgängen werden sowohl Albumtitel, als auch die gesamte Retro-Gesamtaufmachung ganz sicher Erinnerungen an Kult-Filme und Sci-Fi-Serien wecken. Was hat Euch dazu bewogen das Sci-Fi-Thema aufzugreifen?

Dag: Das hat sicher auch was mit unserer Generation zu tun… so stark auch als Erwachsener noch an diesen Fantasiewelten zu hängen. Auch ohne ein verträumter Trottel zu sein oder so.

Vincent: Man merkt auch einfach, dass wir uns schon kennen seit wir zwölf Jahre alt waren; wir sind einfach immer auch noch ein bisschen die Teenager-Schulfreunde von damals…

Dag: …mit ner Menge Flausen im Kopf…

Welche Dinge würdet ihr jeweils als ändern wollen, wenn das Zeitreisen wirklich möglich wäre?

Dag: Nichts eigentlich, aber ich glaube die politisch korrekte Antwort ist „Hitler töten“. (lacht)

Ebenso wird es eine Fanbox zum Album geben. Welche zusätzlichen Anreize zum Kauf bietet diese Box?

Dag: Wir geben uns wirklich Mühe mit der Box. Wir machen ja alles selber, mit Kumpels und keiner quatscht uns rein bei Kreativentscheidungen. Die Box is vollgestopft mit coolem Kram, den wir einfach selber geil gefunden hätten als Fans von den Ärzten damals oder so…

Vincent: In der Box: Logbuch mit vielen lustigen Sachen zum Lesen aus dem SDP-Kosmos und darin sind Album CD, Instrumental CD, eine krasse DVD vom großen SDP-Parteitag in der Columbiahalle, davon auch eine Live CD, Vincent und Dag als coole Actionfiguren…und noch mehr. Aber, bei Youtube gibt´s ein sogenanntes Unpacking. Wenn man´s genau wissen will, guckt man sich das am besten mal an…

Im Hörspiel-Teil ist der bekannte Synchronsprecher Manfred Lehmann zu hören. Warum war es Euch wichtig ihn für die Sprechrolle des Hörspielteils auszuwählen?

Vincent: Das war einfach ein Traum seine Stimme auf dem Album zu haben! Wieder so ein Generationen-Ding: einerseits sind wir mit Hörspielen aufgewachsen und andererseits haben uns Filme sehr geprägt, die er synchronisiert hat, vor allem als Stimme von Bruce Willis.

Dag: Das ist sooo cool, dass das Album mit seiner Stimme beginnt! Das wird auch live richtig dramatisch und fett!

Das Cover-Artwork und die Zeichnungen im Booklet sehen äußerst aufwendig aus. Wie seid ihr bei der kreativen Erstellung vorgegangen und welchen Design-Support habt ihr Euch dazu ins Boot geholt?

Dag: Wir arbeiten seit unserem ersten Schulhofalbum von 1999 mit unserem Kumpel, Zeichner und Grafiker Alexander Gellner zusammen. Der hat unseren Stil optisch geprägt, aber gerade, weil wir Freunde sind, ist das eine sehr besondere Zusammenarbeit, bei der wir was das Artwork betrifft von Anfang bis Ende beteiligt sind, obwohl wir keinen geraden Strich selber zeichnen könnten.

Vincent: Das gesamte Artwork ist für uns ein Traum! Wir lieben das auch besonders als Poster (ist auch in der Box) oder in der Vinyl-Edition. Da kommt das erst richtig zur Geltung!

Bei Euren Musikvideos legt ihr bekanntlich sehr viel Wert auf Qualität und Liebe zum Detail. Wie darf man sich den kreativen Prozess von der Idee bis zu einem fertigen Videoclip vorstellen?

Dag: Das hängt vom konkreten Videoprojekt ab. Eigentlich müsste man zu jedem Video ne eigene Story erzählen. Bis vor relativ kurzer Zeit haben wir aber auch hier alles selber gemacht oder total Guerillamäßig auf der Straße gedreht. Viele Videos macht mittlerweile unser Kumpel Serge Mattukat. Wir probieren zwar immer gerne neue Wege aus, aber hier aber wir auch einen Partner, der peilt, was wir mögen und bei dem wir auch von Anfang bis Ende an allem beteiligt sind. Es sollen ja auch unsere Videos sein, so wie es auch unsere Musik ist.

Mit Die Wahrheit In Schön liefert ihr eine herrlich-ironische Hymne auf Lügen und Ausflüchte. Wann habt ihr das letzte Mal eine kleine Notlüge verwenden müssen?

Vincent: Wahrscheinlich weiter oben in diesem Interview! (beide lachen)

Mit dem Song Deine Freundin habt ihr einen astreinen Stimmungs-Song komponiert. Habt ihr die Absicht damit den nächsten Oktoberfest-Hit zu landen?

Vincent: Nein, aber wir freuen uns eigentlich immer, wenn jemand unsere Musik feiert. Nach nen paar Liter Bier geht der Song bestimmt super rein. Ich probier es nächstes Wochenende mal aus und berichte danach. (lacht)

Dag: Das empfehlen wir aber natürlich nicht. Also, das Alkohol trinken.

Nun hätten wir gerne noch Eure Meinung zu uterschiedlichen Themen mit einer kurzen Begründung…

  1. Kirk oder Picard? : Kirk
  2. XBOX oder PlayStation? : Xbox
  3. Vinyl oder MP3? : Beides.
  4. Die letzte Platte, die ihr Euch gekauft habt? : Unsere.
  5. Pflanzen rauchen oder essen? : Rauchen.

Dag: Die Anworten hab ich jetzt mal alleine gegeben. Ich finde, die Entscheidungen sind auch unbegründet klar.

Ende des Jahres werden wir Euch mit den neuen Songs im Gepäck auch live sehen können. Worauf dürfen sich Eure Konzertbesucher freuen?

Dag: Absolutes Feuerwerk! Wir geben immer richtig Gas!

Vincent: Auf eine richtige, echte, krasse Show! Willkommen in der Zukunst!

Besten Dank für das Interview!

Beide: Bitte schön. (lächeln nett uns sympathisch und gehen nach Hause)

Interview mit Marcus Berg im Juni 2015

Die Jungs von SDP sind ab November in vielen Städten live zu sehen. Alle Termine der Tour 2015 gibts nachfolgend:

03.11.2015, DRESDEN, REITHALLE STRASSE E
04.11.2015, WIEN, Szene Wien
05.11.2015, MÜNCHEN, TonHalle
06.11.2015, STUTTGART-WANGEN, LKA-Longhorn
07.11.2015, WÜRZBURG, Posthalle
08.11.2015, SAARBRÜCKEN, Garage
11.11.2015, FRANKFURT, Batschkapp
12.11.2015, DORTMUND, FZW
13.11.2015, HANNOVER, Capitol
14.11.2015, BERLIN, Columbiahalle
15.11.2015, HAMBURG, Docks Hamburg
17.11.2015, LEIPZIG, Täubchenthal
18.11.2015, KÖLN, E-Werk Köln

Mehr über die Band SDP gibt’s auf www.sdp-online.de

Album Review jetzt lesen: SDP – Zurück in die Zukunst

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