johnnie rook

Die Punkrockband Johnnie Rook veröffentlichen mit “Stimmungsgerät” am 01.02.2013 ein neues Album.  Pressure Magazine traf die Sängerin Franziska und den Gitarristen Micha zum Johnnie Rook Interview.

Hey zusammen, alles gut bei euch? Wie kommt ihr mit dem zurückgekehrten Winterwetter zurecht? Freut ihr euch schon auf den Sommer?

Franziska: Joa, danke, alles gut. Wir hatten bis jetzt Glück und mussten nicht bei dem ganz krassen Schneetreiben auf die Autobahn. Dass heißt, dass auch unsere Besucher Glück hatten. Bands sind ja dann doch plötzlich wetterabhänig, auch im Sommer. Arschkaltes und nasses Open Air ist fast wie ein Todesurteil.

Euer neues Album “Stimmungsgerät” erscheint am 01.02.2013. Wie kam der Titel zustande?

Franziska: Unser Gitarrist Roman hat im Proberaum sein Stimmgerät gesucht. Er versprach sich und sagte: “Stimmungsgerät”. Das fanden wir saukomisch und haben das sofort als Titel im Hinterkopf behalten.

Gebt uns bitte einen kleinen Einblick in die Songs!

Franziska: Textlich ist wieder ganz schön viel Systemkritik, Gesellschaftskritik und philosophisches Gedankengut dabei. Liebeslieder gibt es bei uns ja eher weniger, ob wohl ich die Texte schreibe. Ich will halt, dass sich alle 5 in der Band mit den Texten identifizieren können, und Liebeskram passt da nicht immer. Ich hab mich auch im Gesang extrem den Songs angepasst, Johnnie Rook ist nun mal sehr schnell und hart. Da hab ich also keine Kompromisse gemacht und richtig Vollgas gegeben.

Micha: Dieses mal sind die Songs, bis auf ein paar Ausnahmen, alle ziemlich schnell und hart ausgefallen, jedoch immer sehr melodiös. Ich würde sagen “Stimmungsgerät” ist unsere härtestes, geradlinigstes Album.

Als Gastsänger habt ihr Gunnar (Dritte Wahl) und Nika (Divakollektiv) mit an Board. Kennt ihr euch schon länger oder wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Franziska: Mit Dritte Wahl haben wir schon öfter zusammengespielt – und Micha kennt irgendwie sowieso alle. Divakollektiv war mein Wunsch, weil ich ein Fan von denen bin. Nika, die Sängerin, schreibt saugeile Texte. Sie hat für “Kryptonit” dann auch die Strophen geschrieben, um sich noch mehr einbringen zu können.

Zum Song “Kanonenfutter” habt ihr meiner Meinung nach ein echt gutes Video gedreht. Was soll der Titel aussagen?

Franziska: Danke sehr. Das haben wir alles Hannes zu verdanken. Das Einzige, wofür man uns loben sollte, ist dass wir die Idee hatten, mal jemand anderen die Videos machen zu lassen. Hannes ist ein Kumpel von unserem Bassisten Jan. Beide sind Angler, und Hannes fing an, verrückte Angelvideos zu machen. Da haben wir ihn uns gleich gekrallt. Konzept, Schnitt, Dreh, Hannes hat quasi als Chef alles geleitet und organisiert und wir haben geholfen.

Das Album kommt passend zum 10-jährigen Bandjubiläum. Zeit für ein kurzes Resümee?

Franziska: Es gibt zum Glück mehr gute Erinnerungen als schlechte, denn dann würden wir das hier wahrscheinlich gar nicht mehr machen. Wir haben Fans, die uns total treu sind, 4 CDs auf die wir stolz sind, wir haben mit vielen unserer Lieblingsbands zusammen gespielt, wir sind durch ganz Deutschland gefahren. Wir steigern uns und werden immer besser. Also alles, tippi toppi.

Im deutschsprachigen Punkrock-Bereich ist es eher selten, dass eine Frau am Mikro steht. Ihr seit ein gutes Beispiel dafür, dass es hervorragend klappt – war es bei Bandgründung klar, dass Franziska singt?

Micha: Ja das war von vornherein klar. Ich hab die Band damals gegründet, nachdem ich ein Konzert der großartigen Bambix aus Holland gesehen habe. Ich fand den charismatischen Gesang von Wick so geil, dass ich etwas ähnliches machen wollte. Ca. 2 Jahre später sind wir dann mit Johnnie Rook an den Start gegangen.

Franziska: Ich bin da so reingestolpert. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in so einer Band singe. Ich finds ziemlich cool. Ich hab echt Glück gehabt. Es ist, als wäre man plötzlich das Mädchen in der Schule, dass mit den coolen, beliebten Jungs rumhängt.

Ihr gebt an, dass ihr dieses Mal euer Lebensgefühl auf Platte gebrannt habt. Wie muss man das verstehen?

Franziska: Nicht nur unser Lebensgefühl, auch das, von den Leuten, die uns umgeben. Ich hab mich umgesehen in Berlin, hab hingehört und hingeguckt. Ich wollte Texte über das jetzt und hier schreiben. Über Dinge, die aktuell passieren. Es passiert grad ziemlich viel Scheiße und weil das so ist, gibt es sehr viel Wut, Trauer und Verzweiflung auf der Platte. Ich hab versucht sehr direkt in den Texten zu sein. Direkt ohne platt zu werden, weil das bei den Themen nicht anders ging.

Ihr seid ab Mitte Februar dann auch live mit dem Album unterwegs. Schon gespannt auf die Meinungen der Zuschauer und darauf, wie das Album ankommen wird?

Franziska: Ja, sehr. Ich bin davon überzeugt, dass es die besten Songs sind, die wir je geschrieben haben. Live werden die so abgehen, das wird so knallen. Am Anfang wird es komisch für die Zuschauer, weil wir zwei Drittel des Sets ersetzen mit neuen Songs. Aber die sind auch so gut, das müssen wir einfach tun.

Was sind eure weiteren Pläne, neben dem Album-Release?

Franziska: Konzerte, Konzerte, Konzerte. Festivals spielen, am liebsten Open Air. Neue Shirts sind in Arbeit. Und zum direkten Jubiläum müssen wir uns auch noch irgendeinen Qutasch ausdenken.

Micha: Wir feiern am 10. Mai unser 10-jähriges Bandjubiläum mit befreundeten Bands im K17/Berlin. Mit dabei sind Zaunpfahl, Skin of Tears, Nordwand, Die Wallerts und wir natürlich – das wird eine schöne Sause.

Vielen Dank, die letzten Worte gehören euch!

Franziska: Danke fürs Johnnie Rook Interview. Danke fürs Lesen. Kiekt mal uff unsere Seiten!

Mehr über Johnnie Rook im Internet:

www.johnnierook.de

www.facebook.com/johnnierook

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