Hallo Luki, Du bist Drummer bei SNITCH, einige unserer Leser werden Euch wahrscheinlich noch nicht kennen, bitte fass doch mal ein bißchen zu Eurer bisherigen Bandgeschichte zusammen, woher kommt Ihr? Was für Musik macht Ihr, usw.?

Snitch gibt es seit 1996. Wir haben bis heute mehr als 200 Konzerte gegeben und spielen Punk.

Wie kamt Ihr denn auf den Namen “Snitch”, was meines Wissens nach übersetzt Verräter/Spitzel/… heissen würde?

An unserem ersten Konzert hatten wir noch keinen Namen. Wir suchten also einen und Louise meinte “Sinch” wäre gut. Ich verstand dies nicht richtig und hatte “Snitch” gehört. So kam es dazu, d.h. nicht wegen der Bedeutung, sondern eher zufällig.

Was für ein Publikum trifft man auf Euren Konzerten und wen wollt Ihr mit Eurer Musik erreichen? Gibt es Ereignisse bei Konzerten, an die Ihr Euch besonders gerne/ungerne erinnert?

An den Konzerten ist es sehr unterschiedlich. Es kommt immer darauf an, wo wir spielen. Manchmal ist es sehr junges Publikum, manchmal eher alt, manchmal Punks, manchmal… Besondere Ereignisse passieren eigentlich ziemlich oft und es wäre ziemlich schwer jetzt da Beispiele aufzuzählen.

Was für Musik hört Ihr selbst, habt Ihr eventuell sogar musikalische Vorbilder, die Euch auch beeinflussen? Mit welcher Band würdet Ihr gerne mal zusammen spielen?

Wir hören ziemlich viel verschiedenes. Natürlich Punk, aber sonst auch praktisch alles von Metal bis zu eher poppigen Sachen. Wir haben auch Vorbilder, dies jedoch rein musikalisch. Es gibt viele Bands, mit den wir spielen würden. Wir hatten das Glück mit den meisten schon zu spielen, aber es gibt immer wieder coole Gelegenheiten, um mit “Vorbildern” zu spielen.

Neben Dir am Schlagzeug gehören Sven als Sänger und Gitarrist und Louise am Bass zu Eurer “Urbesetzung”. Zwischenzeitig hattet Ihr mal einen zweiten Gitarristen namens Beni im Boot, fehlt Euch diese zweite Gitarre manchmal, z.B. live?

Nein. Bis jetzt hat noch niemand die zweite Gitarre vermisst.

Wenn ich an, auch international, bekannte und erfolgreiche Bands aus der Schweiz denke, fallen mir spontan GOTTHARD, CRYSTALL BALL und natürlich KROKUS ein, welche aber ja doch eher die Hardrock- und Metal-Schiene fahren. Wie sieht es denn überhaupt szenemäßig bei Euch aus, speziell mit Punks?

In der Schweiz haben wir eine sehr gute Punk Szene. Einerseits haben wir viele gute Bands und andererseits haben wir ein Publikum, das sowohl internationale Bands, wie auch schweizer Bands unterstützt.

Neben dem deutschsprachigem Raum wart Ihr auch schon mehrmals in Italien und Kanada unterwegs und habt sogar in Japan Euren Absatz gefunden… Wie kam es überhaupt dazu und in welchen Dimensionen kann man sich Eure Resonanz in diesen Ländern vorstellen?

Das entstand immer durch neue Kontakte. Kanada und Japan, weil wir mit Planet Smashers und Potshot gespielt haben und Italien oder andere Länder durch Kontakte vom Label aus oder weil wir die durch spielen erarbeitet haben. Das eine führt immer zum anderen. Die Resonanzen sind eigentlich immer sehr gut.

In Deutschland seid Ihr ja eigentlich auch noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, wobei es dieses Jahr schon aufwärts ging mit den Auftritten bei der Kölner Popkomm und mit den PEEPSHOWS, oder seht Ihr das anders?

Das stimmt. Aber wir haben nun begonnen vermehrt in Deutschland zu spielen und sind zur Zeit Live in Deutschland auch häufiger anzutreffen, als sonstwo. Nicht zuletzt, weil wir mit Wolverine-Records ein Label in Deutschland gefunden haben und mit Muttis-Bookingbüro eine Bookingagentur.

Euer letztes Album “Genuine” habt Ihr in den schwedischen Soundlab Studios mit Mieszko Talarczyk aufgenommen, wie es auch schon BOMBSHELL ROCKS und THE PEEPSHOWS machten. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wird diese in Zukunft fortgesetzt?

Wir haben vor ein paar Jahren zwei Shows mit Millencolin gespielt und Mathias, der Gitarrist hat zusammen mit Mieszko dieses Studio. Dort entstand dieser Kontakt. Diese Zusammenarbeit wurde auch bereits fortgesetzt. D.h. unser neustes Album ist bereits fertig und wurde wieder am gleichen Ort aufgenommen.

Auf Eurer Website wird ja auch bereits vom nächsten Album gesprochen, wie sieht denn der aktuelle Stand der Dinge diesbezüglich aus und kannst Du schon etwas über das Album selbst erzählen?

Wir wollen wirklich noch nicht zuviel verraten, weil es noch ein paar Sachen zu klären gilt. Am besten ihr schaut regelmäßig auf www.snitch.ch (Anm.: Existiert nicht mehr) vorbei, dort werden wir bald mehr preisgeben.

Wer kümmert sich eigentlich um Eure Website? Macht Ihr das komplett selbst? Welche Vorteile seht Ihr allgemein und speziell als Band durch das Internet? Was haltet Ihr vom Austausch von MP3s?

Ein Freund von uns hat die Website gemacht und ich versuche sie immer wieder upzudaten. Wir wollen aber bald eine neue Homepage. MP3s sind eigentlich cool, solange das im Wissen der Band stattfindet.

Was haltet Ihr von TV-Show-Formaten, wie “Deutschland sucht den Superstar” oder “Popstars”? Besonders von dem Standpunkt einer Band aus, die sich alles selbst erarbeiten musste?

Es ist amüsant, sich solche Sendungen anzuschauen, aber ernstnehmen können wir das natürlich nicht. Wir sind auch nicht neidisch oder so, weil es uns nicht um dasselbe geht wie diesen Personen, die eh kurze Zeit später in Vergessenheit geraten und dann wieder alleine in die Realität zurückkatapultiert werden. Dort haben sie ihre Probleme und keinen Coach mehr, der ihnen hilft.

Bitte geb doch zu den folgenden Stichwörtern jeweils noch einen kurzen Kommentar ab:

Major Label Deals: Finde ich ok, wenn das Label die Bands nicht ändern will oder ihnen etwas vorschreibt, was sie nicht wollen.

Politik: Studiere ich, ist sonst für Snitch nicht so wichtig.

Letzte gekaufte Platte:

– Sven: Machine Head

– Luki: Something Corporate”r”n – Louise: Rancid

Snitch in 5 Jahren: Älter, dicker, (noch) hässlicher, aber immer noch am spielen.

Vielen Dank für das Interview, Luki. Die berühmten letzten Worte überlasse ich Dir…!

Ebenfalls vielen Dank. Da ich das Interview allein beantwortet habe, hoffe ich, nichts falsches gesagt zu haben, ansonsten: Entschuldigung. Bis bald…

Interview von Marcus Berg

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