pennywise Bandfoto mit jim lindberg

Alles andere als arbeitslos: Der ex-Pennywise-Sänger JIM LINDBERG ist mit neuer Band, Tour und Debütalbum am Start.

Noch bevor wir euch demnächst die Review zum Erstling von „Black Pacific“ um die Ohren hauen, haben wir ein wenig mit dem charismatischen Punkrocker, der nebenbei noch Papa und Autor ist, über die Platte, die anstehende Tour, Reggae-Songs und die Geschichte hinter „Bro Hymn“ gesprochen. Viel Spaß mit dem JIM LINDBERG Interview.

The Black Pacific sind: Jim Lindberg – Vocals & Guitar, Alan Vega – Drums, Davey Latter – Bass

Pressure Magazine: Dein Debütalbum hat unglaublich viele verschiedene Stilrichtungen, von Punk bis Hardcore und alles vermengt findet sich einiges. Ist das die Musik, die du immer machen wolltest?
 
Jim Lindberg: Ja, so ziemlich. Ich wollte mein Spektrum da immer erweitern und das wurde mit der letzten Band immer schwieriger, weil die Leute einfach einen gewissen Sound von uns erwartet haben. Jetzt kann ich tun, was immer ich will. Wenn ich einen Reggae-Song rausbringen will, kann ich das tun. Auch wenn ich das natürlich nicht vor habe (lacht).

Pressure Magazine: Nachdem du mehr als 20 Jahre bei „Pennywise“ warst, wie hat es sich da angefühlt, nochmal eine neue Band zu gründen?

Jim Lindberg: Es ist auf jeden Fall ein aufregender Prozess. Wenn man nach 20 Jahren in so einem Status „Album, Tour, Album, Tour“ ist, kann das schon langweilig werden. Darum ist es aufregend, nochmal von vorne anzufangen, mit neuen Leuten und der Möglichkeit, neue Sachen auszuprobieren. Es ist interessant, zu sehen, dass die Leute die neuen Sachen mögen und wir neue Fans machen.

Pressure Magazine: Denkst du, dass die Leute jetzt „Black Pacific“ nun dauernd mit „Pennywise“ vergleichen werden.

Jim Lindberg: Ich denke, man kann da nicht kontrollieren, wie die Leute das sehen. Ich will eigentlich nur Musik machen und danach ist es eigentlich unmöglich, die Reaktionen der Leute darauf zu kontrollieren. Ich mache jetzt Musik, seit ich 12 Jahre alt bin und denke, es wird unvermeidlich sein, dass die Leute meine alte und meine neue Band miteinander vergleichen. Ich hoffe nur, dass sie da open-minded rangehen.

Pressure Magazine: Du hast sowohl die Lyrics als auch die Musik geschrieben. Fühlst du dich eher als Teil einer Band oder ist es mehr, dass die Band sich um dich dreht?

Jim Lindberg: Ich bin beispielsweise mit unserem Bassisten schon sehr lange befreundet. Und während der Proben hat sich gezeigt, dass wir wirklich eine Band sind. Ich habe zwar das ganze Material geliefert, aber ich fühle auch,dass die Jungs mehr und mehr ihre eigenen Beiträge bringen und damit zur Persönlichkeit der Band beitragen. Derzeit haben wir einfach alle eine Menge Spaß an der Sache – und das ist es ja eigentlich, worum es geht. Denn in meiner letzten Band hat es einfach nicht mehr den Spaß gebracht.

Pressure Magazine: Wovon hast du dich beim Songwriting so inspirieren lassen? Hattest du das Verlangen, auch das politische Geschehen in der Welt zu kommentieren, wie es derzeit ja viele US-Punkbands tun?

Jim Lindberg: Es ist glaube ich unmöglich, den politischen Alltag dieser Tage zu sehen und da nichts darüber zu denken. Das hat natürlich alles einen Effekt. Entsprechend drehen sich viele Songs auch um persönliche Freiheit oder darum, in einer Sache festzustecken, aus der man raus muss.

Pressure Magazine: Du bist nun mehr als zwei Dekaden in Sachen Punkrock unterwegs. Gibt es da noch neue Bands, die dich wirklich beeindrucken?

Jim Lindberg: Über die Jahre kamen immer wieder Bands, deren Musik ich sehr geschätzt habe, etwa „The Bronx“, „The Gallows“ und „Everytime I die“. Ich war immer ein großer Fan von Oldschool-Sound, der eher aggressiv rüberkommt. Und ich denke, das wird auch so bleiben.

Pressure Magazine: Ihr kommt im Herbst auf Tour durch Europa. Was kann von „Black Pacific“ live so erwarten – und werden „Pennywise“-Songs dabeisein?

Jim Lindberg: Wir werden auf jeden Fall einige der Songs vom Debüt spielen. Aber was „Pennywise“ betrifft, muss ich sagen, dass ich nun eine neue Band habe und das einfach nicht passen würde, da alte Sachen zu spielen.

Pressure Magazine: Also kein „Bro Hymn“?

Jim Lindberg: (Lacht) Ach, man weiß nie. Eine interessante Sache, die übrigens nicht viele Leute wissen, ist dass dieser Song für drei Leute geschrieben wurde, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich war jahrelang mit ihnen unterwegs und kenne sie heute noch. Den Song habe ich geschrieben, wie viele andere Tracks von „Pennywise“ auch. Insofern denke ich, dass es eigentlich nur einen geben sollte, der ihn auch spielt und das bin ich.

Mehr zu Jim Lindberg:

The Black Pacific (Offizielle Webseite): nicht mehr erreichbar, Stand: März 2017

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Bild: Cardiac Communication Ltd / SideOneDummy

JIM LINDBERG Interview von Volker Bonacker

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