Veröffentlicht am 20. Februar 2017 von Pressure Magazine in Games
 
 

Mit WWE 2K17 im Zwiespalt der Empfindungen

WWEKQuelle:Twitter
WWEKQuelle:Twitter

Der amerikanische Publisher 2K Sports wird damit leben müssen. Auf ungeteilte Zustimmung stößt das Sportshow-Spektakel „WWE 2K17“ bei Kritikern nicht.

Des ungeachtet feiert die am 11. Oktober 2016 erschienene Konsolenversion für PlayStation 4, PlayStation 3, Xbox One und Xbox 360 Triumphe. Nicht weniger vielversprechend ist die PC-Version für Microsoft Windows, die seit 7. Februar 2017 erhältlich ist. Insofern dürfte 2K Sports einen Puff vertragen können.

Gewaltiger Roster mit mehr Superstars denn je

135 Superstars bietet Entwickler Yuke’s in der jüngsten Ausgabe der Reihe auf und schreibt mit diesem Roster Geschichte. Nie gab es mehr Möglichkeiten, mit einem Wrestler seiner Wahl in den Ring zu steigen und die Gegner aufzumischen. Selbst 23 Damen sind mit an Bord. Insofern steht es um „WWE 2K17“ nicht schlecht, den Titel als amtierender WWE Video Game Franchise Champion erfolgreich zu verteidigen.

Während sich nun aber die WWE durch die Einführung außergewöhnlicher Charaktere wie des ehemaligen Torhüters Tim „The Machine“ Wiese und durch den Markensplit in RAW und SmackDown unausgesetzt neu erfindet, tritt das Spiel auf der Stelle. Mit der Neuorientierung der WWE hat „WWE 2K17“ nichts am Hut. Schade, denn überholte Designs können keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken.

„WWE 2K17“ hätte gleichwohl durchaus das Potenzial, weit mehr als nur die Hardcore-Fans anzusprechen. Die Shows erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass immer wieder der Wunsch nach Wrestling-Wetten laut wird. Nachdem die Buchmacher jedoch für geskriptete Shows mit absehbaren Siegern nichts übrighaben und sich entschieden für sportliche Begegnungen mit statistischem Hintergrund aussprechen, bleibt da der Wunsch der Vater des Gedankens. Namentlich, weil es an Alternativen nicht mangelt. So ist bei den Live-Wetten von Anbietern wie bet365 American Football ebenso drin wie Radsport.

MyCareer ohne Showcase nichts Halbes und nichts Ganzes

An den Karrieremodus von „NBA 2K17“ kommt MyCareer von „WWE 2K17“ nicht heran, Gefallen findet das neue Feature indes allemal. Der Weg führt dabei vom Performance Center über NXT in die WWE, um endlich in die WWE Hall of Fame einzuziehen.

Die verdiente virtuelle Kohle erlaubt die Freischaltung weiterer Finisher und Fähigkeiten. Speziell in den Backstage-Brawls sind gefinkelte Aktionen gefragt, um den Gegner außer Gefecht zu setzen.

Der Umgang mit dem Creator des Karrieremodus will zwar gelernt sein, hat der Spieler gleichwohl erst einmal den richtigen Dreh heraus, kennt die Gestaltung des Wunschcharakters keine Grenzen. Unterstützung gibt es von der neuen Promo-Engine, die den Wrestlern vorgefertigte Antworten in den Mund legt und so zum Charakterbild nicht unmaßgeblich beiträgt. Damit ist es ein Leichtes, der sportlichen Konkurrenz oder dem Publikum Paroli zu bieten.

Die Freude darüber währt allerdings nicht lange. In dem Augenblick, wo einem das Fehlen des Showcase-Modus schmerzlich bewusst wird, verliert der MyCareer-Modus samt Promo-Engine seinen Reiz. Aus welchen Gründen der Showcase-Modus dem Rotstift zum Opfer fiel, ist angesichts seiner Beliebtheit schwer nachvollziehbar. Das Match rund um echte Ereignisse und Persönlichkeiten, das unter anderem Einblicke in die Geschichte der WWE gibt, gehört mithin der Vergangenheit an.

Die Verpackung kann sich sehen lassen

Optisch hat sich etwas getan. Gemessen am Vorgänger besticht „WWE 2K17“ durch mehr Realitätsnähe. Stars und Einmärsche haben nichts Gekünsteltes an sich, das Publikum agiert dynamischer und ist im richtigen Moment mit Applaus zur Stelle. Selbst das Geschehen im Ring wirkt runder, flüssiger, zeugt von einer besseren Abstimmung der Bewegungen. Überhaupt haben die Shows nun den Charakter von TV-Präsentationen, wenn es zum Auftakt der RAW-, SmackDown- und NXT-Ausgaben Intros gibt.

WWE 2K17 Quelle: TwitterWWE 2K17 auf Twitter

Wirklich erfreulich sind die größeren Freiheiten der Wrestler. Zum einen stehen die populären Backstage-Brawls wieder auf dem Programm, zum anderen ist selbst ein Interview von Renee Young kein Hindernis, nach Herzenslust auf den Gegner einzudreschen. Spätestens wenn es in der Halle abseits der Absperrung zur Sache geht und dem Gegner nach Strich und Faden die Schnauze poliert wird, ist die Welt wieder in Ordnung und lässt „WWE 2K17“ Kritiker verstummen.

 

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