freiwild feinde deiner feinde artwork

Eine wunderschöne weite Aussicht, prächtige Berge soweit das Auge reicht. Satte grüne Wiesen und Wälder und ein strahlendblauer Himmel. Eine malerische Bilderbuchidylle mit der uns Südtirol empfängt.

Genau der richtige Ort um sich eine Auszeit zu nehmen und bei einem frisch gezapften Bier die Seele baumeln zu lassen. Doch Halt! was ist das? Da rockt doch was! Hoch über den Dächern von Brixen, im idyllischen Vorort La Mar, ertönen rockige Klänge, die Lust auf mehr machen. Wer sich auf die Suche macht, wird  dort etwas versteckt von prächtigen im Sonnenlicht funkelnden Weinreben das Studio der Band Frei.Wild finden.

Die südtiroler Deutschrocker, die mit Ihrem letzten Album Gegengift auf Platz 2 der deutschen Charts landeten, haben hier die letzten Monate an ihrem neuen Album Feinde deiner Feinde gearbeitet, welches am 05.10.2012 im Handel erhältlich sein wird. Grund genug sich den Ort des Schaffens einmal ganz aus der Nähe anzusehen.

Frei.Wild Besuch in Brixen: Philipp Burger und Alexander Lysjakow
Foto: Frei.Wild Sänger Philipp Burger und Produzent Alex Lysjakow

Die vier Jungs von Frei.Wild sind gut drauf. Trotz der vielen Arbeit für das neue Album, einer eigenen Shop-Eröffnung, ihrer gerade erst abgeschlossenen Clubtournee im Vereinigten Königreich und vielen weiteren Terminen wirken sie fast tiefenentspannt. Das muss die wunderschöne Umgebung machen. Die Kraft der Einfachheit sowie auch der traumhafte Blick auf die umliegende Bergwelt scheint den Stress förmlich von Schultern der südtiroler Musiker purzeln zu lassen. Denn hier in Brixen sind die Jungs zwar ohne Frage stadtbekannt, jedoch bodenständig.

Im Kreise Ihrer Freunde und Bekannten ist man, wie wir später beim abendlichen Pizzaessen erlebten, locker und relaxed, keine Spur von Höhenflug oder Allüren, die manch andere Musiker an den Tag legen. Jedoch ist dies nicht immer leicht. „Freunde brauchen Zeit, und die ist aufgrund der vielen Termine der Band rar. Wenn dir Freundschaft was bedeutet, musst du dir jedoch immer die Zeit nehmen, um einigermaßen regelmäßig ein paar Stunden mit Ihnen zu verbringen. Sonst stehst du am Ende alleine da und deine Freunde werden zu Feinden“, offenbart uns Zegga.

Dass die Zeit der Deutschrocker rar ist, wird einem schnell klar, wenn man betrachtet, wie fleißig die Truppe war. Der bereits angesprochene Shop wurde gerade im Mai 2012 eröffnet. Ein mutiger Schritt, der den Südtirolern gedankt wird, der Laden ist gut besucht. Verständlich, denn einen Online-Shop hat mittlerweile fast jede Band, aber einen hauseigenen Store? Das gibt’s nur bei Frei.Wild. Wer hier stöbert, stößt neben allem was das Frei.Wild Fanherz begehrt, auch auf weitere coole Klamotten und Accessoires.

Allesamt selbstverständlich abseits vom Mainstream und definitiv rockig. Das eine oder andere Teil wird dem aufmerksamen Beobachter sicherlich bekannt vorkommen, die Jungs kleiden sich hier selbst gerne ein. Es kann somit gut sein, dass man Ihnen beim shoppen im hauseigenen Laden über den Weg läuft.

Daneben sorgt im shopeigenen Studio Tätowierer Andreas für einen ewigen Look auf der Haut. Demnächst wird noch ein Piercer das Team im Shop unterstützen. Der Shop war aber nicht das größte Projekt, denn daneben arbeiteten und produzierten sie ihr neues Album.

Sänger Philipp Burger berichtet uns, dass Sie über 30 neue Songs geschrieben, eingespielt und aufgenommen haben. Letztlich haben es nach dem internen Bandvoting von diesen Songs 16 Stücke auf die neue Scheibe geschafft. Wem die Standard-Version von „Feinde deiner Feinde“ nicht genug ist, kann zur ebenfalls erscheinenden limitierten Version greifen und kommt dann in den Hörgenuss von 21 brandneuen Songs. Das macht neugierig, die Einladung zu einer exklusiven Hörprobe ihres neuen Albums haben wir daher gerne angenommen.

Und schon ertönen in unseren Ohren die neuen Klänge. Geile Scheiße, soviel kann vorab verraten werden. Für den Großteil der Produktion ist wie beim Vorgängeralbum Alex Lysjakow verantwortlich. Nach wie vor eine erstklassige Wahl. Der Produzent versteht nicht nur sein Handwerk, sondern tobt sich daneben selbst musikalisch in der Band Down Below aus. Das Mastering nahm diesmal Sascha „Busy“ Bühren in die Hand, der unteranderem für Bands wie Unheilig und die Beatsteaks tätig ist.  Und noch eine kleine Änderung gab es. Denn diesmal sind neben Gast-Bläsern auch Gast-Streicher, die mit ihrem Sound einigen Songs das gewisse Etwas verleihen auf dem Album vertreten. Alle Gastmusiker wurden vom renommierten Principal Studio, welches in der Vergangenheit auch gerne von Die Toten Hosen, In Extremo genutzt wurde, eingespielt. Philipp Burger erzählt, dass Sie großen Wert darauf gelegt hätten, dass alle Instrumente ausnahmslos eigenhändig eingespielt wurden und nicht wie bei vielen anderen Produktionen schnöde aus dem Computer kommen. „Man hört einfach den Unterschied und daher haben wir bei diesem Album weder Kosten noch Mühen gescheut“, so der Sänger.

Zum Album wird es insgesamt 3 Single-Auskopplungen geben. Zwei Singles erscheinen noch vor dem Release am 5. Oktober, eine davon später. Außerdem sind zu allen Song-Auskopplungen hochkarätige Videos geplant, zwei davon sind schon abgedreht. Eines der Videos wird sehr abstrakt daherkommen, in dem die Story-Line gezeichnet wirken wird. „Wir hatten einfach keine Lust noch ein weiteres Performancevideo abzudrehen oder auf altes Live-Material zurückzugreifen. Also beschlossen wir diesmal mal wieder etwas Neues zu versuchen.“ so der Frei.Wild-Sänger Philipp Burger.

Zwei ganz unterschiedliche Songs wollen wir euch an dieser Stelle schon vor dem Albumreview vorstellen.

Durch die abermalige Unterstützung von Unheilig-Keyboarder und Produzent Henning Verlage entstand die ungewohnt glattgebügelte, um nicht zu sagen, fast schon „poppige“ Hit-Hymne „Unendliches Leben“, die mit gekonnt dynamischen souligen Einsätzen der bereits angesprochenen Bläsern daherkommt und dem Song einen interessanten Drive verleiht. Textlich tiefschürfend packt er den inneren Schweinehund am Schopf und überzeugt mit Textzeilen, wie „Dieses Leben lebt man, nur Lebenslänglich. Gewinnen kann keiner, der nicht auch was riskiert. Unendliches Leben ist Fluch oder Segen“.

Nicht ganz so tiefschürfend, aber mit deutlicher Ansage „Schon wieder fallen Schüsse in Düsseldorf und Berlin“ zeigt man mit dem Song „Wir gehen wie Bomben auf euch nieder“ den Mittelfinger und reagiert auf die jüngsten Anfeindungen gegenüber der Band, die Philipp in einer musikalischen Wutkeule gekonnt postwendend an die Absender zurückadressiert. Anlässlich des doch altbekannten Themas, war Onkelz Gitarrist Matt „Gonzo“ Röhr sofort dabei, sich als Gastmusiker diesmal auch auf dem Album die Ehre zu geben.

Jetzt ansehen: Onkelz-Gittarist Gonzo im Video-Interview über die Zusammenarbeit mit Frei.Wild.

Frei.Wild Sänger Philipp Burger beim Prelisteting zu "Feinde Deiner Feinde" im Studio
Frei.Wild Sänger Philipp Burger beim Prelisteting zu „Feinde Deiner Feinde“ im Studio

Trotz manch neuer Instrumente und der poppigen Hit-Hymne, müssen die Fans keine Angst haben. Die Band ist Ihrer Linie insgesamt treu geblieben. „Wir machen das, was in erster Linie uns Spaß macht. Das Album ist überraschend vielseitig geworden und die Mischung ist uns gut gelungen. Egal ob Rhythmik, den verschiedenen Styles oder den besungenen Themen“, so Phillipp Burger.

Wer noch mehr über das neue Album der Südtiroler Deutschrocker erfahren möchte, sollte sich unser noch vor dem Albumrelease erscheinendes Review nicht entgehen lassen. Also schaut vorbei und seht, ob es Frei.Wild diesmal schaffen werden, die selten vergebene maximale Anzahl an Sternen zu ergattern.

Bericht und Fotos von Marcus und Nessy

Exklusivinterview mit Frei.Wild direkt aus den Rookies and Kings Studios.

 

Mehr zum Thema:

Frei.Wild Bandseite: www.frei-wild.net

Frei.Wild bei facebook: www.facebook.com/Frei.Wild

Undergroundstore Brixen: undergroundstore-brixen.com

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