Veröffentlicht am 30. Januar 2017 von Pressure Magazine in Interview
 
 

Der frivole Jahresausblick 2017 der Band Frei.Wild im Interview

Frei.WildBandfoto:HolgerFichtnerfürPressure Magazine.de
Frei.WildBandfoto:HolgerFichtnerfürPressure Magazine.de

Die südtiroler Rocker von Frei.Wild gelten bekanntlich als eine sehr unternehmungstüchtige Band. Mit uns sprach Philipp Burger über ihre nächsten Pläne, skurrile Fangeschenke und über den jünsten Medien-Eklat rund um die Frei.Wild-DVD „Mit Liebe, Stolz und Leidenschaft“. Weiterhin gibt es Antwort auf die Frage: Wie skandalös war das Fotoshooting mit Nacktmodel Micaela Schäfer wirklich..?

Wie ist das Gefühl zu wissen, dass die Tour 2016 bzw. Konzerte vorerst die letzten waren?

Frei.Wild: Nun, vielleicht rechnet hier jemand mit eher demütigen Worten von Tränen, tiefen Löchern und kein Licht in Sicht, was von vielen Musikern in eben dieser Situation ja durchaus oft verzapft wird, bei uns ist es derzeit aber definitiv kein schlechtes Gefühl.

Sicherlich vermissen wir die Liveatmosphäre und das tagtägliche Handwerk am Frei.Wild-Werk, aber es hat auch mal ganz große Vorteile, wirklich mal nur durchatmen und seinen Fokus auf Dinge zu legen, die nichts mit dem großen Rampenlicht zu tun haben.

Hier heißt es, neue Reserven schaffen und gestärkt in ein ereignisreiches Jahr 2018 zu gehen. Übrigens, ich mache gerade meine Imkerschule.

In der Vergangenheit habt ihr eure Fans dazu aufgerufen, Wünsche zu äußern, wo sie euch gerne live sehen würden. Wurde hier bereits ein Teil der Wünsche von euch erfüllt, wie mit der Almhüttentour, der Kochshow? Oder ist dazu nach der Pause etwas angedacht?

Frei.Wild: Hierzu muss man „leider“ sagen, dass wir meistens sehr spontan an solche besonderen Projekte rangehen und je nach Lust und Laune agieren. Das ist dann in der Umsetzung zwar manchmal etwas hektisch, aber wir machen sowas gerne. Wenn man eine Idee hat, oder einen interessanten Vorschlag von den Fans bekommt, dann darf man nicht lange fackeln, sondern muss einfach „machen“.

Übrigens geht auch ein gerade geschriebener Songtitel in genau diese Richtung, „Nicht zu viel denken und einfach machen, machen, machen“ – so eine der Zeilen. Diese Spontanität zeichnet uns sicherlich aus und das wird auch zukünftig weiter so gehandhabt.

Wenn wir gerade bei den Fans sind – Von dem ein oder anderen Fan erhaltet ihr auch mal ein Geschenk, was war eurer Bestes und verrücktestes Fangeschenk?

Frei.Wild: Jedes Geschenk der Fans ist etwas Besonderes für uns, denn es kommt von Herzen. Etwas hier explizit zu erwähnen wäre einfach nicht fair, denn jeder macht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten Gedanken und bewegt uns.

Egal, ob es eine selbstgemachte Torte, ein Bild, oder andere kreative Outputs sind. Wir sind dankbar und wissen, was wir daran haben.

Was weniger cool kommt, sind Bilder von Kindern, die wir angeblich irgendwann, zu irgendeinem Ort, mit irgendeinem Mädel gezeugt haben sollen und über die man jetzt einfach mal Mitteilung geben müsste. Ich glaube aber ganz ehrlich, das geht in der Tat allen Bands in dieser Größenordnung so. Wie auch immer, jeder weiß, dass wir eh die Bravsten sind und auch immer waren! *lacht*

Eine Frage zur Almhüttentour, wo war denn in Garmisch die Almhütte? Den Fotos nach, fand das Konzert doch eher in einem Zelt statt?

Frei.Wild: Richtig, das Konzert war in einem Zelt, aber dieser Umstand war alleinig der Tatsache geschuldet, dass dort einfach kein anderer Platz war und die angrenzende Hütte letztendlich nicht mehr genehmigt wurde. Somit musste man hier improvisieren. Sicherlich nicht zu 100% zufriedenstellend gelaufen, auch für uns nicht, aber manchmal entwickeln sich Pläne etwas anders, als ursprünglich geplant. Spaß gemacht hat es ja trotzdem und zudem waren wir ja direkt am Zieleinlauf der Kandahar Weltcupstrecke.

Ihr habt mit Frei.Wild in den letzten Jahren viele Gute und leider auch schlechte Erfahrungen gemacht, was muss geschrieben oder gesagt werden, damit es euch noch „umhaut“?

Frei.Wild: Ich denke so wirklich umhauen tut uns mittlerweile gar nichts mehr, denn wie du schon richtig sagtest, wurden wir in der Vergangenheit schon mit so manch skurrilen News und Verschwörungstheorien bombardiert, dass man hier eine Schutzmauer aufgebaut hat, an der alles abprallt. Was nicht heißen soll, dass wir es nicht registrieren. Die News „Frei.Wild verkaufen 1.000.000 Alben“ würden wir uns aber definitiv gerne auf den Rücken werfen. *grinst*

Zum Jahresende 2016 haben Frei.Wild erneut für reichlich Medienecho gesorgt und das Nacktmodel Micaela Schäfer als Zugpferd einer provokanten Werbekampagne für die neue Frei.Wild-DVD „Mit Liebe, Stolz und Leidenschaft“ ins Boot geholt. Die Kombination ist auch eher selten.

Frei.Wild: Dieses Ergebnis war einfach das Resultat eines produktiven Photoshootings. Dieses war ursprünglich nicht so geplant, aber hat sich so entwickelt im kreativen Prozess. Wir und auch Micaela Schäfer fanden die Kampagne geil und wenn man von etwas überzeugt ist, dann soll man das auch machen und seiner Intuition folgen.

Und wie man sieht; es hat ja durchaus für Aufmerksamkeit gesorgt und funktioniert. Und wenn man ehrlich ist, die Kampagne ist schon schick *grinst*

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In den letzten 15 Jahren hat sich auch bei „Feuerzeugliedern“ einiges verändert, denn Feuerzeuge wurden durch Handys ersetzt. Fehlt einem da auf der Bühne nicht etwas? Oder macht das keinen Unterschied?

Frei.Wild: Also wenn man ein Lichtermeer als Atmosphäre haben möchte, dann ist es heutzutage schon legitim sein Handy zu zücken. Feuerzeuge als Tascheninhalt sind ja mittlerweile eher Mangelware. Wenn man allerdings am Anfang die Bühne betritt und losbrettert, dann ist es schon verwunderlich, wenn einen 10.000 Blitzlichter „anstarren“. Das nimmt etwas von der Liveenergie, da die Leute eher den Beginn festhalten wollen, als selber zu explodieren.

Früher Bengalos, Feuerzeuge und  Pommesgabeln, heute halt leuchtende Handys. Meine Güte, die Zeit bleibt halt einfach nicht stehen. Wichtig ist, dass wir unfassbar Spaß haben und die wirklich besten, lautesten und vor allem treuesten Fans auf Erden haben. Und NUR das zählt.

Auf die Frage, wo euer Weg 2017 hinführen soll, sagte Philipp, dass es viele Möglichkeiten gäbe, aber noch keine genaue Richtung. Wir wollen es natürlich etwas genauer wissen. Wohin im Ausland soll es hingehen – vielleicht in den englischsprachigen Raum, macht ihr ein eigenes Restaurant auf oder startet Philipp nun doch mit seinem Bauernhof durch?

Frei.Wild: Hier lassen wir mal lieber weiter den Nebelschleier wabern, denn etwas Spannung muss ja sein. Die Pipeline ist voll, aber erst, wenn es hier tatsächlich Fakten zu vermelden gibt, dann wird man es sicherlich auch mitbekommen. Man kennt Frei.Wild ja als Band, die niemals wirklich ruhig ist und auf einmal dann spontan etwas rausballert. So soll es auch in Zukunft sein.

Frei.Wild Bandfoto: Holger Fichtner für Pressure-Magazine.de

Philipp, du hast dir ja das 15 Jahre Frei.Wild Logo tätowieren lassen, was ist mit den anderen Bandmitgliedern? Auch irgendwas in die Richtung gemacht?

Frei.Wild: Stimmt, ja, dass musste sein, 15 Jahre Bandgeschichte kann man sich schon mal in die Haut stechen. Genauso kann man es aber auch nur im Herzen und im Kopf mit sich rumtragen. Hauptsache ist, dass einem bewusst ist, wie lange dieser Wahnsinn schon geht und wie dankbar man sein muss, dass man in dieser kurzlebigen Zeit schon so lange vereint seinen Lebenstraum leben darf.

Von einem anderen Musiker haben wir gesagt bekommen, dass Frei.Wild nur so erfolgreich ist, weil ihr einen sexy Sänger habt. Was meint ihr?

Frei.Wild: Schau in unsere Gesichter. Zustimmung sieht anders aus *lacht*. Der Erfolg von Frei.Wild hängt sicherlich NICHT vom Aussehen unseres Sängers ab. *lautes lachen*

Das letzte Wort an dieser Stelle gehört euch…

Frei.Wild: Immer dran denken: Wir sind stolz auf euch, auf Frei.Wild und allem, was damit zusammenhängt. Bleibt wie ihr seid und Love, Peace & Harmony!
Wir kommen wieder, vergesst uns nicht!

Interview von Mostly Harmless im Januar 2017

Fotos: Holger Fichtner (360 Grad Design) mit freundlicher Genehmigung für Pressure-Magazine.de

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